Leistenbruch OP

Behandlung

Grundsätzlich sollte jeder Leistenbruch operativ versorgt werden – es sei denn, das Operationsrisiko ist unvertretbar hoch. In diesem Fall kann ein Bruchband eingesetzt werden. In allen anderen Fällen ist eine Operation notwendig. Denn ein Leistenbruch kann über einen längeren Zeitraum unverändert bleiben, sich aber auch innerhalb kurzer Zeit stark vergrößern, und es kann zu einer lebensgefährlichen Einklemmung kommen.

Der zeitliche Abstand zur Operation hängt von den Beschwerden ab: Ein Leistenbruch, der keine Schmerzen verursacht und nur als Zufallsbefund entdeckt wurde, sollte innerhalb von wenigen Monaten versorgt werden. Bei diskreten Schmerzen des Patienten sollte der Bruch innerhalb weniger Tage bis Wochen operiert werden. Ein Bruch, der akute Schmerzen verursacht, muss sofort operativ versorgt werden, da die Gefahr des Gewebeuntergangs besteht.

Ablauf einer Leistenbruch Operation

Ausführliche Informationen über den genauen Ablauf einer Leistenbruch Operation erhalten Sie hier. Ziel der Operation ist die spannungsfreie Wiederherstellung der Hinterwand des Leistenkanals und die dauerhafte Verhinderung eines erneuten Bruchs.

Prinzip der Operation

Indirekter Leistenbruch rechts. Das Prinzip aller Operationsverfahren ist:

  • Freilegen von Bruchsack und Bruchlücke (Bruchpforte)
  • Zurückverlegen des Bruchinhalts in die Bauchhöhle
  • Entfernung des Bruchsacks (nur bei den offenen OP-Verfahren)
  • das möglichst dauerhafte, spannungsfreie (endoskopische OP-Techniken) Verschließen der Bruchlücke unter Schonung anderer Strukturen, z.B. von Samenstrang und Nerven.

Dr. Merkle und Dr. Holzmüller beantworten gerne Ihre Fragen.

Offene Operationsverfahren

Eine offene Leistenbruchoperation bedeutet, dass die Operation nach einem bis zu 8 cm langen Schnitt in der Leistenregion „am offenen Bauch“ durchgeführt wird. Anders bei der minimal-invasiven bzw. endoskopischen Technik, bei der drei sehr kleine Schnitte gesetzt (5 mm und 10 mm) werden. Durch diese Schnitte werden dann die Arbeitskanäle für das Endoskop mit der Optik und die nötigen Instrumente eingebracht.

Operation nach Shouldice

Diese Operationsmethode wird meist bei jungen Patienten mit kleinen einseitigen Leistenbrüchen angewendet.

Nach einem Schnitt in der Leiste (ca. 4-6 cm lang) werden die gesunden Gewebeschichten durchtrennt, bis die Bruchlücke in der Tiefe freigelegt ist. Der Bruchsack wird in die Bauchhöhle zurückplatziert. Anschließend wird die Hinterwand des Leistenkanals durch Doppelung bestimmter Schichten der Bauchwand verstärkt.

Die Operation kann mit örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) oder mit einer Vollnarkose durchgeführt werden; im Fall der örtlichen Betäubung bekommt der Patient zusätzlich ein Beruhigungsmittel, so dass er sich in einer Art „Dämmerschlaf“ befindet.

Operation nach Lichtenstein

Diese Methode wird meist bei älteren Patienten angewendet.

Bei dieser ebenfalls offenen Operation wird die Hinterwand des Leistenkanals durch ein Kunststoffnetz verstärkt.

Auch diese Operation kann mit örtlicher Betäubung oder mit einer Vollnarkose durchgeführt werden; im Fall der örtlichen Betäubung (Lokalanästhesie) bekommt der Patient zusätzlich ein Beruhigungsmittel, so dass er sich in einer Art „Dämmerschlaf“ befindet.

Wahl des Operationsverfahrens

Nicht jedes Operationsverfahren eignet sich für alle Patienten. Welches OP-Verfahren wir empfehlen, hängt vom Lebensalter des Patienten, dem Bruchtyp und der Größe des Bruchs ab. Auch das Gewicht des Patienten, seine (ihre) sportliche und sonstige körperliche Aktivität sowie das Vorliegen bzw. Fehlen einer Bindegewebsschwäche spielen eine Rolle. Ebenfalls wichtig für die Entscheidung ist, ob der Leistenbruch ein- oder beidseitig ist und ob es sich um ein Rezidiv handelt, also um einen Leistenbruch, der schon einmal operiert wurde und sich wieder neu ausgebildet hat.

Komplikationen

Trotz größter Sorgfalt kann es wie bei allen Operationen zu einer Nachblutung oder einer Entzündung der Wunde (offene Operationstechniken) kommen. Besonders bei älteren Männern kann nach der Operation ein vorübergehender Harnverhalt oder eine vorübergehende Schwellung des Hodensacks auftreten. Es kann zu chronischen Schmerzen im Bereich der Leiste (chronisches Schmerzsyndrom) kommen, diese treten jedoch bei den minimalinvasiven Operationstechniken wesentlich seltener auf.

Nach der Operation

Grundsätzlich gilt, dass Patienten mit Netzeinlage scheller wieder voll belastbar sind als Patienten, denen kein Netz eingelegt wurde. Der Operationserfolg sollte jedoch nicht durch eine zu frühe Vollbelastung gefährdet werden. Sport bzw. körperliche Aktivität kann nach wenigen Tagen wieder aufgenommen werden, die Steigerung der körperlichen Aktivität bis zur Vollbelastung erfolgt

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Wir freuen uns, Ihnen Helfen zu können.

Ein Team von erfahrenen Spezialisten – allesamt renommierte Fachärzte – operiert in hervorragend ausgestatteten Kooperationskliniken mit modernster Technik, hochqualifiziertem Personal und nach neusten Methoden.

Sollte ein stationärer Aufenthalt notwendig sein, gestalten wir diesen so angenehm wie möglich für Sie in unseren komfortabel ausgestatteten Patientenzimmern. Unsere Spezialisten operieren in der Arabella-Klinik München und in der Herzogpark-Klinik München.