Rund 5 Prozent der Brüche, die bei Erwachsenen festgestellt werden, sind Nabelhernien. Rechtzeitig operiert, stellen sie keine Gefahr dar. Im Folgenden erfahren Sie alles über die Operation des Nabelbruchs und die Nachsorge. Gerne sind wir auch persönlich in München, Vaterstetten, Schondorf und Schwabach für Sie da.
Ein Nabelbruch sollte in der Regel operiert werden, um das Risiko einer lebensbedrohlichen Einklemmung zu beseitigen.
Meist findet die Nabelbruch-OP ambulant statt. Wir nutzen bevorzugt eine minimalinvasive Technik und bieten Ihnen auf Wunsch Dämmerschlaf an.
Die Operation gilt als relativ sicher. Komplikationen direkt nach der OP sind eher selten, allerdings kommt es immer wieder zu Rückfällen.
Viele sind nach der OP für 1 bis 2 Wochen krankgeschrieben und haben leichte Wundschmerzen, die allerdings oft gut behandelbar sind.

Was ist ein Bauchnabelbruch?
Der Bauchnabel ist wichtig für die Versorgung des Ungeborenen im Bauch der Mutter. Im späteren Verlauf des Lebens stellt er jedoch eine natürliche Schwachstelle in der Rumpfmuskulatur dar. Bei den wenigsten Menschen ist dies problematisch. Es kann jedoch zu einem Nabelbruch (Umbilikalhernie) kommen: Dabei stülpen sich Gewebe und Teile von Organen durch die Bruchpforte nach außen (s. Fotos und Bilder des Nabelbruchs).
Gut zu wissen: Manche Nabelbrüche sind sehr klein, manche so groß wie ein Tennisball. Nabelhernien heilen nicht von selbst, sondern werden mit der Zeit immer größer.
Wann ist eine Nabelbruch-OP notwendig?
Das hängt unter anderem vom Alter, vom Zustand des Patienten und vom Bruch ab:
Erwachsene: Treten keine Symptome auf, muss ein kleiner Nabelbruch nicht unbedingt sofort operiert werden. Allerdings ist eine Operation auch dann zu empfehlen, wenn keine Schmerzen bestehen. Denn ein unbehandelter Nabelbruch kann jederzeit zu einer Einklemmung von Darminhalt führen, was lebensbedrohlich sein kann und eine sofortige Notfalloperation erfordert. Eine Einklemmung tritt in etwa bei 3 bis 5 Prozent aller Nabelbrüche auf.

Folgende Anzeichen sind typisch für einen einklemmenden Bruch:
- plötzliche, heftige Schmerzen
- Fieber
- Herzrasen
- Schwindel, Übelkeit, Erbrechen
- druckempfindlicher, geröteter Nabel
Schwangere: Bei Schwangeren bildet sich der Bruchsack vielfach von allein zurück. Hier ist also meist keine OP erforderlich. Erfolgt keine Rückbildung des Bruchs nach der Geburt, kann eine OP sinnvoll sein.
Kinder: Bei Babys ist meist kein operativer Eingriff notwendig, da sich der Nabelbruch ebenfalls von allein zurückbildet. Das ist bei 80 Prozent der Fälle so. Erfolgt keine Rückbildung bis zum Vorschulalter oder vergrößert sich die Bruchpforte, kann eine minimalinvasive OP durchgeführt werden.
Ablauf der Nabelbruch-OP bei Erwachsenen
Die einzige Behandlungsmöglichkeit ist die Operation, bei der der Chirurg den Bruchinhalt zurückdrängt und die Lücke verschließt. Viele Nabelbrüche können ambulant operiert werden, besonders wenn sie nicht zu groß sind. Der medizinische Standard ist in gut ausgestatteten Praxen derselbe wie in einer Klinik. Größere Brüche oder Begleiterkrankungen können allerdings für eine stationäre Operation sprechen.
Es gibt mehrere Verfahren, um einen Nabelbruch zu behandeln. Meist kommt wie bei einem Leistenbruch ein gut verträgliches Kunststoffnetz zum Einsatz, um die Bruchpforte zu verschließen. Es gibt viele verschiedene Techniken und Netzmaterialien, aus denen der erfahrene Chirurg die jeweils vielversprechendste auswählt. Bei kleinen Brüchen unter 2 Zentimetern kann auch eine Naht ausreichen.
Die offene Operation ist das klassische Verfahren, um einen Nabelbruch zu behandeln. Zwar ermöglicht diese technisch recht einfache Methode eine gute Sicht auf den Bauch, aber die Narben sind vor allem bei großen Hernien recht groß. Das wiederum führt zu einer längeren Genesungszeit.
Deshalb arbeiten wir bei Viszera wann immer möglich minimalinvasiv in Schlüssellochtechnik, um die Bruchpforte bei einem Nabelbruch zu schließen. Diese OP-Methode hat sich aus verschiedenen Gründen bewährt:
- kurze OP-Dauer
- gewebeschonend
- kurze Heilungsdauer des operierten Nabelbruchs
- niedriges Risiko einer erneuten Hernie
- Dämmerschlaf meist ausreichend (Vollnarkose möglich)
Indem wir während der OP kleinste Zugänge durch die Bauchdecke wählen, schwächen wir das ohnehin belastete Gewebe nicht noch weiter.
Die Wahl der Narkose hängt von der Größe des Bruchs ab. Kleine Hernien können unter örtlicher Betäubung operiert werden, größere erfordern in der Regel eine Vollnarkose. Die genaue Narkoseform wird im Vorgespräch mit dem Anästhesisten individuell festgelegt. Bei Viszera bieten wir Ihnen auch gerne Dämmerschlaf an, damit Sie von der OP nichts mitbekommen.
Wie riskant ist eine Nabelbruch-OP? Welche Komplikationen können nach einer Nabelbruch-OP auftreten?
Nabelbruch-Operationen gelten als sehr sicher. Probleme nach der Nabelbruch-OP wie Wundentzündungen, Heilungsstörungen und Blutungen kommen nur selten vor.
In einer Studie wurden die Ergebnisse verschiedener Operationsmethoden miteinander verglichen. Frühe Komplikationen traten nach der Operation insgesamt selten auf: etwa bei 6,7 % nach einer Naht-OP und bei 4,3 % nach einer Versorgung mit Netz. Dabei zeigte sich, dass größere Brüche grundsätzlich mit einem höheren Risiko für frühe Komplikationen verbunden waren.
Dieselbe Studie zeigt deutliche Unterschiede bei der Rückfallrate: Nach einer Naht kam es in etwa 3 % der Fälle zu einem erneuten Bruch, während es nach einer Netzversorgung in etwa 21 % der Fälle zu einem Rezidiv kam. Ein erneutes Auftreten des Bruchs war häufiger bei älteren Patienten sowie bei größeren Bruchlücken oder einem größeren Bruchsack. Auch Diabetes Typ 2 erhöht das Risiko.
Nachsorge: Was Sie nach Nabelbruch-OP beachten sollten
Nach der Operation einer Hernie ist eine ausreichende Schonung entscheidend, damit das Gewebe gut heilen kann. In dieser Phase sollten körperlich anstrengende Tätigkeiten konsequent vermieden werden, da sonst das Risiko für einen erneuten Bruch steigt.
Übersicht:
| Entlassung nach Hause | oft ca. 1 – 2 Stunden nach der OP |
| Heilungsverlauf bei einer Nabelbruch-OP mit Netz | Kunststoffnetz nach 24 – 72 Stunden stabil und nicht mehr verschiebbar |
| Duschen | ab dem 2. Tag nach der OP |
| Ernährung | leicht verdauliche und fettarme Speisen in der ersten Zeit günstig |
| Autofahren | nach 10 – 14 Tagen |
| Baden, Schwimmen, Sauna | nach 10 – 14 Tagen |
| Krankschreibung | 1 – 2 Wochen (bei Bürotätigkeiten) |
| Tragen eines Bauchgurtes | 3 Wochen |
| Heben schwerer Lasten und Training der Bauchwandmuskulatur | nach 4 Wochen bis 3 Monaten |
| Kosten der Nabelbruch-OP | übernimmt die Krankenkasse |
Männern ist zu empfehlen, nach der Operation des Nabelbruchs einige Tage lang enganliegende Unterhosen zu tragen. So wird der Operationsbereich zusätzlich gestützt und Zugbelastungen durch die natürliche Bewegung des Hodensacks werden reduziert.
Bei Bewegungen wie dem Aufstehen, Drehen des Oberkörpers sowie beim Husten oder Pressen können mäßige Schmerzen auftreten. Diese sind in der Regel Ausdruck des normalen Wundheilungsprozesses und nicht besorgniserregend. Zur Linderung verschreiben wir Ihnen gerne Schmerzmittel. Es ist zudem empfehlenswert, die erste Nacht nicht allein zu verbringen, damit im Falle von Komplikationen schnell Unterstützung verfügbar ist.
Langfristig spielt die Vorbeugung eine wichtige Rolle: Normalgewicht reduziert das Risiko für einen Nabelbruch deutlich, während jahrelange schwere körperliche Arbeit einen wesentlichen Risikofaktor darstellt. Umgekehrt kann eine gut ausgeprägte Rumpfmuskulatur stabilisierend wirken, da sie die einwirkenden Kräfte besser abfängt und so die empfindliche Schwachstelle im Bereich des Nabels entlastet.
Häufige Fragen rund um Nabelhernien
Eine Nabelhernie kann direkt nach der Geburt oder im Erwachsenenalter auftreten. Der Nabel ist de facto eine Art Narbe – der Nabelbruch damit eine besondere Sorte des Narbenbruchs. Dies bedeutet, dass das Gewebe an dieser Stelle von Haus aus geschwächt ist. Bei Neugeborenen entstehen Nabelbrüche vor allem durch starke Anstrengung, etwa beim Schreien oder Husten. Da die Bauchwand noch nicht so belastbar ist, kann hier schnell eine Nabelhernie entstehen.
Im Erwachsenenalter sind vor allem Übergewicht, ein geschwächtes Bindegewebe und eine Schwangerschaft die Hauptrisikofaktoren. Gepaart mit starker körperlicher Anstrengung kann dann eine Nabelhernie entstehen. Besteht eine Rektusdiastase (Vorwölbung im Bauchraum) kann daraus außerdem ein Nabelbruch entstehen.
Ein größerer Nabelbruch geht mit einer Vorwölbung im Bereich des Nabels einher – dieses Symptom ist bei Männern wie bei Frauen gleich. Gewebe und Organe – etwa der Darm – werden durch den Bruch in der Bauchwand nach außen gedrückt und ergeben dort meist einen tast- und sichtbaren Bruchsack. Eine Nabelhernie kann schmerzfrei vonstattengehen, es gibt jedoch auch Fälle, in welchen Patienten über Bauchschmerzen klagen. Kleinere Nabelbrüche machen sich hingegen vor allem unter Anstrengung und Anspannung der geraden Bauchmuskulatur bemerkbar. Das Gewebe wird dabei unter Anstrengung durch die Bauchwand gedrückt und zieht sich bei Entspannung wieder zurück.
Die Beschwerden sind oft dumpf, ziehend oder drückend im Bereich des Nabels. Bei körperlicher Belastung, Husten oder langem Stehen können sie zunehmen. Manche Patienten haben kaum Schmerzen oder gar keine, andere verspüren ein unangenehmes Spannungsgefühl, besonders wenn der Bruch größer wird oder sich kurzfristig einklemmt.
In der Schwangerschaft zeigt sich häufig eine weiche Vorwölbung am Bauchnabel, die durch den erhöhten Bauchinnendruck entsteht. Oft ist sie im Liegen weniger sichtbar. Begleitend können ein Spannungsgefühl oder leichte Schmerzen auftreten, besonders im Verlauf der zunehmenden Gebärmuttervergrößerung.
Erste Anlaufstelle ist oftmals die Hausärztin oder der Hausarzt. Die weitere Abklärung und Behandlung erfolgt durch Fachärzte für Chirurgie oder Viszeralchirurgie. Sie führen die Diagnostik durch und entscheiden gemeinsam mit Ihnen, ob und wann eine operative Versorgung sinnvoll ist. Gerne können Sie auch direkt in unsere Praxis kommen.
Schwere körperliche Belastung, starkes Heben und Pressen sollten vermieden werden, da sie den Bruch vergrößern oder Schmerzen auslösen können. Auch intensives Bauchmuskeltraining ist ungünstig. Bei Beschwerden sollte zudem auf Verstopfung geachtet werden, da starkes Pressen beim Stuhlgang zusätzlichen Druck auf die Bauchwand erzeugt.
Bei Erwachsenen heilt ein Nabelbruch in der Regel nicht spontan. Die Öffnung in der Bauchwand bleibt bestehen oder kann sich vergrößern. Nur sehr kleine Brüche können stabil bleiben, verschwinden jedoch nicht dauerhaft ohne Behandlung. Eine Operation ist die einzige kausale Therapie und in der Regel zu empfehlen.
Ein kleiner, unkomplizierter Nabelbruch muss meist nicht sofort operiert werden. Dringend wird es jedoch bei Schmerzen, Größenzunahme oder Einklemmungszeichen wie plötzlich starken Schmerzen, Rötung oder Übelkeit. Dann besteht ein Notfall, da eingeklemmtes Gewebe innerhalb kurzer Zeit geschädigt werden kann und eine sofortige Operation nötig ist.
Ein unbehandelter Nabelbruch kann langsam größer werden. Es besteht grundsätzlich das Risiko einer Einklemmung von Darm oder Fettgewebe, was starke Schmerzen, Durchblutungsstörungen und einen Notfall verursachen kann. Viele kleine Brüche bleiben jedoch lange stabil, sollten aber regelmäßig ärztlich kontrolliert werden. Insgesamt ist eine OP meist empfehlenswert.
Die Operation gilt je nach Bruchgröße als kleiner bis mittlerer Routineeingriff. Sie dauert meist 20 bis 30 Minuten und erfolgt häufig ambulant. Gefährliche Komplikationen sind selten. Dennoch handelt es sich um einen echten chirurgischen Eingriff mit Narkose, weshalb eine strukturierte Vorbereitung und Nachsorge wichtig sind.
Die äußere Wundheilung dauert etwa 1 bis 2 Wochen. Die vollständige Stabilisierung der Bauchwand benötigt meist 4 bis 6 Wochen oder länger. Körperlich schwere Belastungen und intensiver Sport nach der Nabelbruch-OP sollten je nach Operationsmethode mehrere Wochen vermieden werden, um ein optimales Ergebnis zu sichern und Rückfälle zu verhindern.
Eine strikte Bettruhe ist meist nicht erforderlich. Bewegung wird früh gefördert, oft schon am Operationstag. Körperliche Schonung ist jedoch wichtig. Leichte Alltagsaktivitäten sind nach wenigen Tagen möglich, schwere Belastungen sollten je nach Methode mehrere Wochen bis 3 Monate vermieden werden.
Viele Nabelbruch-Operationen werden ambulant durchgeführt, sodass Patienten nach wenigen Stunden nach Hause gehen können. Bei größeren Brüchen oder Vorerkrankungen kann ein kurzer stationärer Aufenthalt von 1 bis 2 Tagen notwendig sein, insbesondere zur Überwachung und Schmerztherapie in der frühen Phase.
Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit hängt von der körperlichen Belastung im Beruf ab. Bei Büroarbeit sind oft 1 bis 2 Wochen ausreichend. Bei körperlich schwerer Arbeit kann die Krankschreibung 2 bis 4 Wochen dauern, in Einzelfällen länger. Entscheidend sind die individuelle Heilung und die OP-Methode.
