Enddarmkrebs

Enddarmkrebs (Rektumkarzinom): Symptome, Therapie und Lebenserwartung

Rund 25.000 Deutsche erhalten jedes Jahr die Diagnose „Enddarmkrebs“. Sie gehören dazu? Wir erklären Ihnen gerne, was Sie über den Tumor am Enddarm wissen müssen. Besonders Prognose, Lebenserwartung und Therapiemöglichkeiten des Rektumkarzinoms sind für viele Betroffene von Interesse.

Inhalt

Enddarmkrebs: Das Wichtigste in Kürze

Definition: Das Rektum ist der letzte Abschnitt des Dickdarmes und befindet sich über dem Analkanal. Hier sammelt sich der Stuhl, bevor er über den After ausgeschieden wird. Bösartige Tumoren in diesem Bereich müssen möglichst rasch behandelt werden.

Symptome: Enddarmkrebs bleibt anfangs häufig unbemerkt. Mögliche Symptome sind Blut im Stuhl, Durchfall und Bauchschmerzen. 

Therapie: Je nach Stadium reicht eine Operation aus oder muss mit einer Strahlen- oder Chemotherapie kombiniert werden.

Lebenserwartung: Die 5-Jahres-Überlebensraten liegen nach der Enddarmkrebs-Behandlung im Schnitt zwischen 60 und 70 %.

Sie haben die Diagnose „Rektumkarzinom“ erhalten und suchen nun einen Viszeralchirurgen mit viel Erfahrung in diesem Bereich?

Unsere Magen-Darm-Experten sind gerne für Sie da – auch im Rahmen einer Zweitmeinung!

Welche Symptome treten bei Mastdarmkrebs auf?

Oftmals kommt es erst im fortgeschrittenen Stadium zu Symptomen. Manche sind recht unspezifisch oder werden fälschlicherweise auf Hämorrhoiden zurückgeführt.

Mögliche Symptome des Rektumkarzinoms:

  • Wechsel aus Durchfall und Verstopfung
  • Blut im Stuhl
  • Bauchschmerzen
  • körperliche Schwäche
  • Gewichtsverlust
  • Darmverschluss

Wie fühlt sich ein Tumor im Enddarm an?

Manche Patienten fühlen gar nichts, andere haben nur Bauchweh oder sind ständig müde. Letzteres kann jedoch viele Ursachen haben und macht die meisten Patienten nicht misstrauisch. Weil der Arztbesuch oft ausbleibt, ist die Diagnose „Rektumkarzinom“ vor allem in den ersten Stadien häufig ein Zufallsbefund oder wird im Rahmen der Früherkennung gestellt.

Wie läuft die Diagnostik bei Verdacht auf ein Rektumkarzinom ab?

Meist wird ein Test auf okkultes Blut im Stuhl durchgeführt. Die größte Säule in der Diagnostik stellt die Enddarmspiegelung (Rektoskopie/Proktoskopie) dar. Die Enddarmspiegelung ist meist nicht schmerzhaft und wird ohne Betäubung durchgeführt.

Weiterführende Untersuchungen wie die Sonographie, Endosonographie (Ultraschall vom Darminneren aus), eine Computertomographie oder eine MRT (Kernspintomographie) des Beckens dienen dazu, die Ausdehnung des Tumors und Tochtergeschwulste abzuklären. Eine sorgfältige Untersuchung ist wichtig, um den Mastdarmkrebs genau zu lokalisieren und präzise behandeln zu können.

In welchem Stadium befinde ich mich?

Die Stadien werden je nach Größe und Ausbreitung des Rektumkarzinoms eingeteilt.

Stadien des Rektumkarzinoms:

Stadium IDer Tumor hat sich in der Bindegewebs- oder Muskelschicht unterhalb der Darmschleimhaut ausgebreitet oder ist bereits bis ins Fettgewebe vorgedrungen.
Stadium IIDer Tumor ist auf über einen Millimeter angewachsen und/oder hat andere Organe befallen.
Stadium IIIZusätzlich hat der Tumor nun in den Lymphknoten gestreut.
Stadium IVZusätzlich haben sich jetzt Metastasen ausgebildet.

Ist Enddarmkrebs heilbar?

Das hängt ganz vom Stadium ab. Vor allem in den Stadium I bis III sind die Heilungschancen des Enddarmkrebses zunächst relativ gut. Ab dem zweiten Stadium erhöht sich allerdings das Rückfallrisiko. Im vierten Stadium ist die Prognose deutlich schlechter, da der Enddarmkrebs hier bereits Metastasen gebildet hat.

Aber auch hier ist eine Heilung in manchen Fällen möglich. Wenn die Metastasen in Lunge und Leber günstig liegen, können sie vollständig herausoperiert werden. Die Hälfte dieser Patientengruppe ist nach 5 Jahren noch am Leben. Bei den meisten Patienten in Stadium IV ist eine vollständige Entfernung der Metastasen allerdings nicht möglich. Daher ist das Rektumkarzinom in diesem Stadium häufig nicht mehr heilbar.

Prognose und Lebenserwartung: Wie groß sind die Heilungschancen bei Enddarmkrebs?

Die Heilungschancen des Rektumkarzinoms hängen stark vom jeweiligen Stadium ab. Generell gilt: Je früher das Rektumkarzinom erkannt wird, desto besser ist die Prognose.

5-Jahres-Überlebensraten je nach Stadium:

Stadium I95 %
Stadium II70 – 85 %
Stadium III40 %
Stadium IV5 %

Gerne besprechen unsere Ärzte mit Ihnen, wie die Prognose in Ihrem Fall ist.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einem Rektumkarzinom?

Grundsätzlich geht es sowohl um die Bekämpfung der Erkrankung als auch um die Erhaltung der Stuhlkontinenz und der Lebensqualität. Deshalb erstellen wir ein individuelles Behandlungskonzept, das sich stets nach dem vorliegenden Stadium richtet.

Stadium I: Operation

In Stadium I ist die Operation die einzige effektive Therapieform. Hier geht es darum, das Rektumkarzinom möglichst vollständig zu entfernen. Je nach Ausdehnung des Tumors muss die OP eventuell etwas umfangreicher sein, damit keine Rückstände des Enddarmkrebses übrigbleiben. Befindet sich der Tumor im mittleren bis unteren Drittel des Rektums, erhält der Patient meist vorübergehend einen künstlichen Darmausgang.

Wie wird ein Rektumkarzinom operiert?

Bei kleineren Rektumkarzinomen reicht eine minimalinvasive Entfernung über das Endoskop aus. Größere Tumoren müssen mit einem Bauchschnitt entfernt werden. Unsere Viszeralchirurgen führen den Eingriff mit größtmöglicher Sorgfalt durch. Meist gelingt es, für die Sexualität wichtige Nervenbahnen zu erhalten. In manchen Fällen kann die Sexualität nach der OP aber eingeschränkt sein.

Wir operieren unsere Patienten stets auf Klinikniveau, da wir mit entsprechenden Einrichtungen kooperieren.  Mehr Informationen über unsere Operationstechniken erhalten Sie hier.

Stadium II und III: Operation und Strahlen- oder Chemotherapie

In diesen Stadien hat der Enddarmkrebs bereits an Größe gewonnen oder die Lymphknoten befallen. Damit die Tumorzellen nicht wiederkehren und später Lunge oder Leber beeinträchtigen, ist hier neben der OP häufig eine weitere Therapie erforderlich. Befindet sich das Rektumkarzinom im unteren oder mittleren Drittel des Mastdarms, führen wir eine Strahlen- oder Strahlenchemotherapie durch. Ansonsten kommt eine Chemotherapie zum Einsatz. Alle Verfahren verringern das Rückfallrisiko und erhöhen dadurch Ihre Lebenserwartung.

 StrahlentherapieChemotherapie
Krankenhausaufenthaltneinoftmals nicht erforderlich
Dauermehrere Tage bis Wochen (mit Pausen dazwischen)mehrere Tage bis Wochen (mit Pausen dazwischen)
SchmerzenBestrahlt wird von außen wenige Minuten lang, was entweder nicht zu spüren ist oder leichte Schmerzen verursachen kann.Schmerzen können nach der Therapie entstehen, zum Beispiel durch Entzündungen oder Nervenschädigungen.
Mögliche NebenwirkungenEmpfindliche Haut, Übelkeit, Durchfall, häufige Toilettengänge, unwillkürlicher Stuhlabgang, Verwachsungen, ErschöpfungInfektanfälligkeit, Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Hautprobleme, Durchfall, Gefühlsstörungen an Händen und Füßen

Bei einer Radiochemietherapie, die Strahlen- und Chemotherapie kombiniert, können sich die Nebenwirkungen beider Verfahren gegenseitig verstärken. Mit welchen Risiken Sie rechnen müssen, hängt bei allen Methoden von Ihrer Ausgangssituation ab. Deshalb besprechen wir mit Ihnen im Detail, worauf Sie sich einstellen müssen. Natürlich klären wir Sie auch über den Ablauf der Behandlung und die leitliniengerechte Nachsorge bei einem Rektumkarzinom auf.

Das Ziel ist, eine vollständige Entfernung des Enddarmkrebses zu ermöglichen. Die Radiochemotherapie dauert in der Regel 5 Wochen und findet vor der Operation statt. Bevor wir operieren können, führen wir eine Computertomographie und Darmspiegelung durch, um die aktuelle Größe des Tumors zu bestimmen. Meist hat sich das Rektumkarzinom deutlich verkleinert. Der chirurgische Eingriff ist nun nicht nur erheblich einfacher, sondern wir können auch die Funktion des Schließmuskels eher erhalten. Das bedeutet eine bessere Prognose für Sie und auch mehr Lebensqualität nach der OP.

Gut zu wissen:

Bei über 90 % der Patienten mit Rektumkarzinom ist auch nach der Therapie eine normale Stuhlentleerung möglich!

Stadium IV: Operation der Metastasen mit Chemotherapie


In diesem Stadium sind meist Lunge oder Leber befallen. Besteht die Chance, die Metastasen durch einen chirurgischen Eingriff zu entfernen, wird zeitnah operiert. Meist in Kombination mit einer Chemotherapie.

Verspricht die OP keinen Erfolg, kommt eine palliative Therapie zum Einsatz. Sie soll körperliche Schmerzen lindern, die Lebensqualität möglichst erhalten und das Fortschreiten der Krankheit verzögern. Um diese Ziele zu erreichen, können eine Chemotherapie und eine Antikörpertherapie eingesetzt werden. Unsere Experten beraten Sie gerne!

Die richtige Therapie zu finden und das Rektumkarzinom vollständig zu entfernen, ist sehr wichtig.

Denn davon hängt Ihre Lebenserwartung und Ihre Lebensqualität ab. Dr. med. Merkle ist gerne für Sie da, wenn Sie sich behandeln lassen möchten oder eine Zweitmeinung wünschen. Unsere Praxis befindet sich zentral in München-Bogenhausen.

Warum zu uns?

  • Erfahrung seit 1988: Dr. med. Merkle ist ärztlicher Leiter des Viszera Chirurgie Zentrums München und seit 31 Jahren als Arzt tätig
  • Schwerpunkt Magen-Darm-Chirurgie: Dr. Merkle führt auch schwierige Operationen im Magen-Darm-Trakt durch, gerne minimalinvasiv, also mit möglichst kleinen Schnitten. Auch mit der Darmentfernung hat er viel Erfahrung
  • Operation auf Klinikniveau: Viszera München führt Darmkrebsbehandlungen in Kliniken mit modernen Operationssälen durch