Die Gallenblase wird häufig entfernt, weil sich Gallensteine gebildet haben. Nach einer Operation sind die Schmerzen, die durch die Gallensteine entstanden sind, in der Regel weg und das Risiko gefährlicher Folgeerkrankungen ist gebannt. Der Eingriff ist schonend und komplikationsarm. Gerne klären wir Sie über den Ablauf, die Dauer des Krankenhausaufenthalts und die Symptome eines Gallensteinleidens auf.
Häufig, gut behandelbar und selten von allein vorbei
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15–20 %Sehr häufig
der Erwachsenen in Deutschland haben Gallensteine
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>175.000Routineeingriff
Gallenblasen-Operationen pro Jahr in Deutschland
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>50 %Abwarten hilft selten
bekommen nach der ersten Gallenkolik weitere Attacken
Wann eine Operation sinnvoll ist, lesen Sie hier: Wann die Gallenblase raus sollte ↓
Wann eine Gallenblasenentfernung sinnvoll ist: Gallensteine, Entzündung, Polypen und Porzellangallenblase.
Vorbereitung, Narkose und die einzelnen Schritte der laparoskopischen Gallenblasenentfernung.
Warum Sie meist am OP-Tag heimgehen und wann doch eine Nacht nötig ist.
Was nach der Operation zu beachten ist. Von Schonung bis Ernährung.
Bericht einer Patientin um die Gallenblasenoperation.
Antworten auf die häufigsten Fragen zur Entfernung von Gallensteinen.
Wann sollten Sie Ihre Gallenblase entfernen lassen?
Gallensteine verschwinden leider nicht von allein wieder. Konservative Behandlungen wie eine medikamentöse Therapie oder eine Zertrümmerung der Steine mittels Stoßwellen verzeichnen eine hohe Rezidivrate. Das bedeutet: Die Gallensteine kommen oftmals wieder. Eine wirkungsvolle Alternative ist es, die Gallenblase operativ zu entfernen. Die OP ist mittlerweile ein Routineeingriff.
Steine, die in der Gallenblase entstehen, können sie von innen schädigen. Daher rechtfertigt jeder Stein, der einmal symptomatisch wird, die operative Entfernung der Gallenblase. Akut notwendig wird die Operation, wenn es zu einer Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis) kommt.
Die weitaus meisten Gallenblasenentzündungen werden durch Steine verursacht. Oftmals entsteht so die chronisch-vernarbende Gallenblasenentzündung, die sogenannte Schrumpfgallenblase, aus der sich Gallenblasenkrebs entwickeln kann. In seltenen, besonders schweren Fällen der Entzündung kann es zu einem Gallenblasendurchbruch mit Austritt von Flüssigkeit in die Bauchhöhle kommen, wodurch eine Bauchfellentzündung entsteht. Eine akute Cholezystitis ohne nachweisbaren Gallenstein gilt als besonders gefährlich und komplikationsträchtig.
Weitere Gründe für eine Gallenblasenentfernung
Nicht nur Gallensteine machen eine Operation nötig. Manchmal zeigt der Ultraschall eine Veränderung der Gallenblase, die noch keine Beschwerden macht. Dann stellt sich die Frage: Muss die Gallenblase raus oder reicht es, sie zu beobachten? Die beiden häufigsten Befunde sind die Porzellangallenblase und der Gallenblasenpolyp.
Bei einer Porzellangallenblase ist die Wand der Gallenblase ganz oder teilweise verkalkt. Sie wird dadurch hart und brüchig wie Porzellan, daher der Name. Ursache ist meist eine lange bestehende, chronische Entzündung, fast immer durch Gallensteine. Viele Betroffene haben keine Beschwerden. Die Porzellangallenblase wird dann zufällig bei einem Ultraschall oder einer Computertomographie entdeckt.
Eine verkalkte Gallenblase kann ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen. Vor allem gilt sie als Risikofaktor für Gallenblasenkrebs. Neuere Studien zeigen zwar, dass dieses Risiko geringer ist als lange angenommen, besonders bei vollständiger Verkalkung. Da sich Krebs in einer verkalkten Gallenblase aber schlecht im Ultraschall erkennen lässt, empfehlen die medizinischen Leitlinien in der Regel, die Gallenblase zu entfernen, auch ohne Beschwerden.
Meist ist das minimalinvasiv in Schlüssellochtechnik möglich. Ob ambulant oder mit kurzem Klinikaufenthalt operiert wird, klären wir im Vorgespräch anhand Ihrer Befunde.
Ein Gallenblasenpolyp ist eine kleine Wucherung, die von der Wand in das Innere der Gallenblase ragt. Gallenpolypen sind häufig und fast immer gutartig, zum Beispiel Ablagerungen aus Cholesterin. Sie verursachen meist keine Beschwerden und werden zufällig im Ultraschall gefunden. Nur selten entwickelt sich aus einem Polypen ein bösartiger Tumor. Das Risiko steigt vor allem mit der Größe.
Ob ein Gallenblasenpolyp operiert werden sollte, hängt deshalb vor allem von seiner Größe ab:
- ab ca. 10 mm: Die Entfernung der Gallenblase wird in der Regel empfohlen.
- 6 bis 9 mm: Je nach Risikofaktoren wird operiert oder der Polyp regelmäßig im Ultraschall kontrolliert. Risikofaktoren sind zum Beispiel ein Alter über 50 Jahre, ein breit aufsitzender Polyp oder eine Gallengangserkrankung (PSC).
- bis 5 mm: Meist genügt es, abzuwarten und bei Risikofaktoren gelegentlich zu kontrollieren.
- Wächst der Polyp bei den Kontrollen, macht er Beschwerden oder liegen zusätzlich Gallensteine vor, raten wir ebenfalls zur Operation.
Wurde bei Ihnen ein Polyp oder eine Porzellangallenblase festgestellt? Bringen Sie Ihren Ultraschallbefund mit ins Beratungsgespräch. Wir schauen uns die Bilder an und sagen Ihnen ehrlich, ob eine Operation nötig ist oder ob regelmäßige Kontrollen genügen. Gerne auch als ärztliche Zweitmeinung.

Vollnarkose
nach 2-3 Wochen
meist ambulant
ca. 30 Minuten
Bürojob nach ca. 2 Wochen
körperliche Schonung
So läuft die Gallenblasen-OP ab
Vorbereitung auf die Gallen OP
Eine gründliche Vorbereitung ist entscheidend für den Erfolg Ihrer Gallenblasenoperation. Zunächst beraten Sie unsere Ärzte und besprechen mit Ihnen zusammen Ihre medizinische Vorgeschichte und aktuelle Beschwerden. Unsere Ärzte stehen Ihnen dabei auch für alle Fragen rund um die Operation und dem damit verbundenen Ablauf zu Verfügung.
Ein wichtiger Aspekt der Vorbereitung ist die Anpassung Ihrer Medikamente. Bitte informieren Sie uns über alle Präparate, die Sie einnehmen, insbesondere Blutverdünner, da diese möglicherweise vor der Operation abgesetzt werden müssen. Auch die Nahrungsaufnahme vor dem Eingriff spielt eine Rolle: In der Regel sollten Sie 6-8 Stunden vorher nichts mehr essen oder trinken.
Vor Ihrer Operation führen wir notwendige Laboruntersuchungen und sonstige diagnostische Untersuchungen durch, um Ihren allgemeinen Gesundheitszustand zu bewerten und das Operationsrisiko zu minimieren. Wir empfehlen Ihnen, sich körperlich auf den Eingriff vorzubereiten, indem Sie ausreichend Ruhe bekommen und eine ausgewogene Ernährung einhalten.
Für eine ambulante Gallen-OP planen Sie bitte eine Begleitperson ein, die Sie abholt und in der ersten Nacht bei Ihnen ist.
Die Operation: laparoskopische Cholezystektomie
Die Methode der Wahl ist, die Gallensteine mittels Bauchspiegelung in Schlüssellochtechnik (laparoskopische Cholezystektomie) zu entfernen. Erfahrene Chirurgen können 99 % der Gallenblasen-Operationen laparoskopisch durchführen.
Der Vorteil dieses Verfahrens: Sie haben deutlich weniger Schmerzen als nach einer offenen Operation, erholen sich schneller und die Narben sind sehr klein. Durch die Gallenblasenoperation ist der Patient meist vollständig geheilt, nur in sehr seltenen Fällen kommt es zur erneuten Bildung von Steinen im Gallengangsystem.
Die laparoskopische Cholezystektomie wird unter Vollnarkose durchgeführt. Bei diesem Eingriff wird zuerst am Bauchnabel ein kleiner Schnitt gesetzt. Dort wird die Kamera eingeführt, damit der Bauchraum auf einem Bildschirm dargestellt werden kann. Die Kamera erlaubt dem Operateur exaktes Arbeiten. Anschließend werden 2 bis 3 Minischnitte (0,5 – 1 cm) gesetzt, über die die Operationsinstrumente unter Sicht in den Bauchraum eingeführt werden. Die Gallenblase wird komplett mit den Steinen über den Schnitt in der Nähe des Bauchnabels entfernt.
In Ausnahmefällen – bei schweren entzündlichen Veränderungen oder starken Verwachsungen nach mehreren Voroperationen im Bauchraum – muss die offene Operationstechnik angewendet werden. In diesen Fällen wird unterhalb des rechten Rippenbogens ein Bauchschnitt gesetzt und anschließend die Gallenblase entfernt.
Gallen-OP ambulant: Wie lange müssen Sie nach der Gallenblasenentfernung ins Krankenhaus?
Bei Viszera in der Regel gar nicht. Wir führen rund 90 % aller Gallenblasenentfernungen ambulant durch: Sie kommen morgens, werden in Schlüssellochtechnik operiert und schlafen am Abend wieder im eigenen Bett.
Kurz gesagt: Früher waren nach der Gallen-OP 2 bis 4 Tage im Krankenhaus üblich. Heute gehen die meisten unserer Patientinnen und Patienten nach einigen Stunden Überwachung am selben Tag nach Hause. Nur wenn es medizinisch sinnvoll ist, bleiben Sie ein bis zwei Nächte in der Arabella-Klinik.
Ablauf
- MorgensAnkommenSie kommen nüchtern und sprechen noch einmal kurz mit Operateur und Narkosearzt.
- Ca. 1 StundeSchonende OperationLaparoskopisch unter Vollnarkose, Ablauf siehe oben.
- Einige StundenAufwachen und ÜberwachungSie ruhen sich aus, trinken und essen eine Kleinigkeit. Wir kontrollieren Kreislauf, Wunden und Schmerzen.
- Am selben TagNach HauseEine Begleitperson holt Sie ab. Am Folgetag melden wir uns bei Ihnen oder sehen Sie zur Kontrolle.
Ambulant ist möglich, wenn …
- Ihr allgemeiner Gesundheitszustand es zulässt,
- keine akute Gallenblasenentzündung vorliegt,
- Sie abgeholt werden und in der ersten Nacht nicht allein sind.
Ob das auf Sie zutrifft, klären wir gemeinsam im Vorgespräch.
Wenn doch ein Krankenhausaufenthalt nötig ist
Bei einer akuten Entzündung, schweren Vorerkrankungen oder wenn zu Hause niemand bei Ihnen sein kann, operieren wir stationär in der Arabella-Klinik in München-Bogenhausen. Der Aufenthalt dauert dann meist nur 1 bis 2 Nächte, und Ihr Operateur betreut Sie auch dort persönlich.
| Merkmal | Ambulante Gallen-OP | Stationäre Gallen-OP |
|---|---|---|
| Anteil bei Viszera | ca. 90 % | ca. 10 % |
| Zeit in der Klinik | einige Stunden, nach Hause am OP-Tag | meist 1–2 Nächte |
| OP-Technik | in beiden Fällen minimalinvasiv (laparoskopische Cholezystektomie), ca. 1 Stunde, Vollnarkose | |
| Wieder normal essen | leichte Kost am OP-Tag, normale Ernährung meist ab dem Folgetag | |
| Arbeitsfähig | Bürojob nach ca. 2 Wochen, körperliche Arbeit etwas später | |
Kann man die Gallenblase ambulant entfernen lassen?
Ja. Eine laparoskopische Gallenblasenentfernung ist heute bei den meisten Patientinnen und Patienten ambulant möglich. Bei Viszera operieren wir rund 90 % der Gallen-OPs ambulant. Voraussetzung ist, dass keine akute Entzündung vorliegt, Ihr Gesundheitszustand es zulässt und in der ersten Nacht jemand bei Ihnen ist.
Wie lange bleibt man nach einer Gallen-OP im Krankenhaus?
Bei einer ambulanten Gallen-OP gar nicht: Sie gehen nach einigen Stunden Überwachung am selben Tag nach Hause. Ist ein stationärer Aufenthalt nötig, etwa bei einer akuten Gallenblasenentzündung, sind es meist 1 bis 2 Nächte.
Zahlt die Krankenkasse die ambulante Gallen-OP?
Ja. Ist die Entfernung der Gallenblase medizinisch notwendig, übernehmen gesetzliche und private Krankenkassen die Kosten, auch bei einer ambulanten Operation. Wir behandeln Kassen- und Privatpatienten.
Ist eine ambulante Gallen-OP sicher?
Die OP-Technik ist bei ambulanter und stationärer Operation dieselbe. Ambulant operieren wir nur, wenn Ihre Voraussetzungen passen. Nach dem Eingriff werden Sie mehrere Stunden überwacht, erhalten klare Verhaltenshinweise und eine Telefonnummer für Rückfragen. Treten zu Hause Fieber, zunehmende Schmerzen oder eine Gelbfärbung der Haut auf, melden Sie sich bitte sofort.
Ob ambulant oder stationär operiert wird, entscheiden wir individuell nach Ihrem Befund und Gesundheitszustand.
Ihre Gallen-OP in München: persönlich, erfahren, meist ambulant
Beratung im Arabellapark, Operation in der Arabella-Klinik, Nachsorge in unserer Praxis: Bei uns operiert die Ärztin oder der Arzt aus Ihrem Vorgespräch auch selbst. Alles zu Ablauf, Terminen und unserem Team finden Sie auf unserer Seite zur Gallen-OP in München.
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Viszeralchirurgen kennenlernenZweitmeinung zur Gallen-OP
Ihnen wurde eine Operation empfohlen und Sie sind unsicher? Wir prüfen Ihre Befunde und sagen Ihnen ehrlich, was wir raten.
Zweitmeinung einholenOP-Ablauf in der Arabella-Klinik
Vom Vorgespräch über den OP-Tag bis zur Nachsorge: So läuft Ihre Gallen-OP bei uns in München ab.
Ablauf ansehenGallenblase entfernen: Nachsorge
Nach einer Gallenblasenoperation ist eine sorgfältige Nachsorge für eine schnelle und komplikationsfreie Erholung entscheidend. In den ersten Wochen nach dem Eingriff sollten Patienten körperliche Anstrengungen vermeiden. Leichte Aktivitäten wie Spaziergänge sind förderlich, während schweres Heben und intensive sportliche Übungen vermieden werden sollten. Es ist wichtig, sich Zeit für die Genesung zu nehmen und den Körper nicht zu überlasten.
Eine Anpassung der Ernährungsgewohnheiten spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Nach der Entfernung der Gallenblase empfehlen wir Ihnen zunächst schonende Kost aufzunehmen. Anfangs sollten fettreiche und schwer verdauliche Speisen vermieden werden. Stattdessen ist es ratsam, mit leicht verdaulichen Mahlzeiten zu beginnen und allmählich zu einer ausgewogenen, normalen Ernährung zurückzukehren. Dies hilft, Verdauungsbeschwerden zu minimieren und unterstützt den Heilungsprozess.
Schließlich ist es unerlässlich, den Anweisungen des behandelnden Arztes zu folgen und die verschriebenen Schmerzmittel korrekt einzunehmen. Regelmäßige Nachsorgetermine sind wichtig, um den Heilungsverlauf zu überwachen und eventuelle Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Eine offene Kommunikation mit dem medizinischen Fachpersonal kann dabei helfen, individuelle Bedenken oder Fragen effektiv zu adressieren und eine erfolgreiche Genesung zu gewährleisten.

Welche Komplikationen oder Risiken können auftreten?
Während eine Gallenblasenoperation meist sicher ist und routinemäßig durchgeführt wird, kann es wie bei jedem chirurgischen Eingriff zu Komplikationen kommen. Zu den häufigsten gehören Infektionen und Blutungen an der Operationsstelle sowie mögliche Verletzungen benachbarter Organe. Ein spezielles Risiko stellt die Bildung von Gallengangsteinen dar, die postoperative Schmerzen verursachen können. Zudem können manche Patienten nach der Operation Verdauungsprobleme, vor allem bei fetthaltiger Nahrung, erleben.
Diese Komplikationen sind in der Regel behandelbar, und schwere Fälle sind selten, besonders bei erfahrenen Chirurgen. Wichtig ist eine offene Kommunikation mit dem behandelnden Team, um bei Anzeichen von Komplikationen wie anhaltenden Schmerzen oder Fieber schnell reagieren zu können.
Leben ohne Gallenblase: Folgen, Verdauung und Ernährung
Die gute Nachricht zuerst: Die allermeisten Menschen leben ohne Gallenblase genauso gut wie vorher, und viele besser, weil die Koliken endlich vorbei sind. Hier erfahren Sie, was sich im Körper verändert, welche Beschwerden in den ersten Wochen normal sind und wie Sie Ihre Ernährung Schritt für Schritt wieder umstellen.
Nur der Zwischenspeicher fehlt. Die Verdauung funktioniert weiterhin.
Nach einigen Wochen essen die meisten Patientinnen und Patienten wieder ganz normal.
Weicher Stuhl oder Blähungen legen sich in der Regel, sobald sich der Darm umgestellt hat.
Was verändert sich im Körper ohne Gallenblase?
Die Gallenblase ist nur ein Speicher, sie bildet selbst keine Galle. Schalten Sie um und sehen Sie den Unterschied:
Vorher: Galle wird gespeichert
Die Leber bildet täglich etwa 600 bis 1.500 ml Galle. Ein Teil davon wird in der Gallenblase gesammelt und eingedickt. Nach einer fettreichen Mahlzeit zieht sich die Gallenblase zusammen und gibt eine größere Portion Galle in den Dünndarm ab.
Nachher: Galle fließt direkt
Die Leber bildet genauso viel Galle wie vorher. Sie fließt jetzt gleichmäßig über den Gallengang in den Dünndarm, statt portionsweise. Für normale Mahlzeiten reicht das völlig aus. Nur sehr große, fettige Mahlzeiten vertragen manche Menschen anfangs schlechter. Der Körper gewöhnt sich meist innerhalb weniger Wochen daran.
Beschwerden nach der Gallen-OP: normal oder abklären?
Wählen Sie aus, was Sie beschäftigt. Sie erfahren, woher die Beschwerde kommt, was hilft und wann Sie sich bei uns melden sollten.
Durchfall nach der Gallen-OP
Ohne Gallenblase fließt die Galle ständig in den Darm. Gallensäuren, die nicht vollständig aufgenommen werden, machen den Stuhl weicher. Das betrifft einen Teil der Patientinnen und Patienten und bessert sich meist innerhalb einiger Wochen bis Monate.
- Mehrere kleine statt weniger großer Mahlzeiten
- Fett anfangs sparsam, dann langsam steigern
- Lösliche Ballaststoffe wie Haferflocken oder Flohsamenschalen binden Gallensäuren
- Ausreichend trinken, am besten Wasser oder Kräutertee
Bitte melden Sie sich, wenn der Durchfall länger als einige Wochen anhält, sehr häufig oder nachts auftritt oder Blut im Stuhl ist. Dann gibt es gut wirksame Behandlungen.
Blähungen und Völlegefühl nach der Gallen-OP
Der Darm muss sich an den gleichmäßigen Gallenfluss gewöhnen. Auch die Narkose und weniger Bewegung in den ersten Tagen bremsen die Verdauung vorübergehend.
- Blähende Lebensmittel wie Kohl, Hülsenfrüchte und Kohlensäure anfangs reduzieren
- Langsam essen und gut kauen
- Täglich spazieren gehen
- Fenchel-, Anis- oder Kümmeltee
Bitte melden Sie sich, wenn der Bauch zunehmend hart und schmerzhaft wird oder Sie keinen Stuhlgang und keine Winde mehr haben.
Schulterschmerzen nach der Gallen-OP
Bei der Schlüssellochtechnik wird der Bauchraum mit Kohlendioxid entfaltet. Gasreste reizen das Zwerchfell, der Schmerz wird in die rechte oder beide Schultern weitergeleitet. Das ist harmlos und verschwindet meist nach wenigen Tagen.
- Bewegung hilft, das Gas schneller abzubauen
- Wärme auf Schulter und Nacken
- Schmerzmittel nach unserem Plan einnehmen
Bitte melden Sie sich, wenn die Schmerzen nach einigen Tagen zunehmen statt nachzulassen oder mit Atemnot einhergehen.
Bauch- und Wundschmerzen nach der Gallen-OP
Die kleinen Schnitte und die Muskulatur brauchen einige Tage, um zu heilen. Ein Ziehen oder Druckgefühl im Oberbauch und an den Wunden ist normal und wird von Tag zu Tag besser.
- Schmerzmittel regelmäßig nach Plan statt erst bei starken Schmerzen
- Beim Husten oder Aufstehen eine Hand auf den Bauch legen
- Schweres Heben in den ersten Wochen vermeiden
Bitte melden Sie sich, wenn eine Wunde rot, heiß, geschwollen ist oder nässt, oder wenn die Schmerzen stärker werden.
Übelkeit oder Druck nach fettem Essen
Nach einer sehr fettigen Mahlzeit fehlt die Extraportion Galle aus dem Speicher. Das kann Völlegefühl, Übelkeit oder weichen Stuhl auslösen, vor allem in den ersten Wochen.
- Fett auf mehrere kleine Mahlzeiten verteilen
- Frittiertes und Sahnesaucen anfangs meiden
- Fettanteil über Wochen langsam steigern
Bitte melden Sie sich, wenn die Beschwerden auch nach Monaten regelmäßig auftreten. Dann suchen wir gemeinsam nach der Ursache.
Kolikartige Schmerzen wie vor der OP
Kommen die typischen, krampfartigen Schmerzen im rechten Oberbauch zurück, kann ein Stein im Gallengang die Ursache sein. Auch eine Funktionsstörung am Gallengang oder eine andere Erkrankung ist möglich (Postcholezystektomie-Syndrom).
- Notieren Sie, wann und wie lange die Schmerzen auftreten
- Bringen Sie Ihren OP-Bericht zum Termin mit
Vereinbaren Sie einen Termin, damit wir die Ursache mit Ultraschall und Blutwerten gezielt abklären. Bei Fieber oder Gelbfärbung sofort melden.
Fieber, gelbe Haut oder starke Schmerzen nach der Gallen-OP
Fieber über 38,5 °C, Schüttelfrost, eine Gelbfärbung von Haut oder Augen, stark zunehmende Bauchschmerzen oder anhaltendes Erbrechen können auf eine Komplikation hinweisen. Das ist selten, muss aber schnell ärztlich beurteilt werden.
- Nicht abwarten und nicht auf einen regulären Termin warten
Rufen Sie uns sofort an: 089 890 590 90. Außerhalb der Sprechzeiten wenden Sie sich an die Notaufnahme oder den Notruf 112.
Dieser Check ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei Unsicherheit rufen Sie uns an.
Ernährung nach der Gallen-OP: Ihr Fahrplan für die ersten Wochen
Eine spezielle Diät brauchen Sie auf Dauer nicht. In den ersten Wochen hilft es aber, dem Darm Zeit zur Umstellung zu geben.
Schon am OP-Tag dürfen Sie trinken und eine Kleinigkeit essen. In den ersten Tagen gilt: klein, leicht und langsam.
- Tee, Wasser, klare Brühe
- Zwieback, Toast, Reis, Kartoffelbrei
- Bananen, Apfelmus
- Kleine Portionen, gut kauen
Jetzt ist leichte Vollkost mit wenig Fett ideal. Verteilen Sie das Essen auf 5 bis 6 kleine Mahlzeiten am Tag.
- Gedünstetes Gemüse wie Karotten, Zucchini, Fenchel
- Mageres Geflügel, Fisch, fettarme Milchprodukte
- Haferflocken, Reis, Nudeln, Kartoffeln
- Fett sparsam, gern hochwertige Pflanzenöle
Der Darm hat sich meist gut umgestellt. Erweitern Sie Ihren Speiseplan Schritt für Schritt und steigern Sie den Fettanteil langsam.
- Vollkornbrot, Rohkost und Salate wieder einbauen
- Eier, Käse und Nüsse in kleinen Mengen testen
- Kaffee und Gewürze nach Verträglichkeit
- Bei Beschwerden: kurz notieren, was Sie gegessen haben
Die meisten Menschen essen jetzt wieder alles, was ihnen schmeckt. Eine ausgewogene, nicht zu fettreiche Ernährung ist ohnehin gut für die Verdauung, mit oder ohne Gallenblase.
- Keine lebenslange Diät nötig
- Sehr große, fettige Mahlzeiten eher meiden
- Regelmäßig essen statt einer großen Mahlzeit am Abend
- Bewegung unterstützt die Verdauung
Was darf ich nach der Gallen-OP essen? Die Lebensmittel-Ampel
Richtwerte für die ersten Wochen. Die Verträglichkeit ist individuell, testen Sie in Ruhe.
Gut verträglich
Leicht verdaulich und fettarm
- Haferflocken
- Reis & Nudeln
- Kartoffeln
- Toast, Zwieback
- Karotten, Zucchini
- Bananen
- Apfelmus
- Hähnchen, Pute
- Magerer Fisch
- Fettarmer Joghurt, Quark
- Wasser
- Kräutertee
In Maßen testen
Ab etwa Woche 2 bis 3 langsam einbauen
- Vollkornbrot
- Müsli mit Nüssen
- Rohkost, Salat
- Zitrusfrüchte
- Eier
- Käse bis 45 % Fett
- Mageres Rind
- Kaffee
- Säfte, verdünnt
Anfangs meiden
Fettreich, blähend oder schwer verdaulich
- Pommes, Frittiertes
- Sahnetorte, Croissants
- Kohl
- Hülsenfrüchte
- Zwiebeln, Knoblauch roh
- Fette Wurst, Schweinebraten
- Sahne, fetter Käse
- Alkohol
- Kohlensäure
Wann darf ich nach der Gallen-OP wieder …?
Richtwerte nach einer laparoskopischen Gallenblasenentfernung. Ihr Operateur sagt Ihnen, was in Ihrem Fall gilt.
Mit wasserfestem Pflaster, Wunden danach sanft trocken tupfen.
Sobald die Wunden verheilt sind.
Frühestens 24 Stunden nach der Narkose und erst, wenn Sie schmerzfrei eine Vollbremsung machen können.
Bürojob meist nach etwa 2 Wochen, körperliche Arbeit etwas später.
Spazierengehen sofort. Bauchmuskeltraining und schweres Heben erst nach Rücksprache.
Leichte Kost schon am OP-Tag, dann Schritt für Schritt wie im Fahrplan oben.
Weitere Folgen der Gallenblasenentfernung
Nimmt man ohne Gallenblase zu?
Die Operation selbst macht nicht dick. Manche Menschen nehmen danach trotzdem etwas zu: Wer vorher aus Angst vor Koliken wenig und fettarm gegessen hat, genießt das Essen endlich wieder. Achten Sie in den ersten Monaten deshalb bewusst auf Portionsgrößen und Bewegung, dann hält sich das Gewicht in der Regel stabil.
Postcholezystektomie-Syndrom
So nennt man Beschwerden, die nach der Gallen-OP bestehen bleiben oder neu auftreten, etwa Schmerzen im Oberbauch oder Verdauungsprobleme. Die Ursachen sind unterschiedlich: ein übersehener Stein im Gallengang, eine Funktionsstörung am Gallengang oder eine andere Erkrankung, zum Beispiel des Magens. Wichtig ist, die Ursache gezielt abzuklären. Meist lässt sie sich gut behandeln.
Häufige Fragen zum Leben ohne Gallenblase
Welche Folgen hat es, wenn die Gallenblase entfernt wird?
Für die meisten Menschen keine spürbaren. Die Leber bildet die Galle weiter, sie fließt nur ohne Zwischenspeicher direkt in den Darm. In den ersten Wochen können weicher Stuhl, Blähungen oder eine Unverträglichkeit sehr fettiger Speisen auftreten. Das legt sich in der Regel, sobald sich der Darm umgestellt hat.
Kann man ohne Gallenblase normal leben?
Ja. Die Gallenblase ist kein lebenswichtiges Organ. Nach der Umstellungsphase essen, arbeiten und treiben die meisten Menschen Sport wie vorher, oft beschwerdefreier als mit Gallensteinen.
Warum habe ich nach der Gallen-OP Durchfall?
Ohne Gallenblase fließt die Galle ständig in den Darm. Überschüssige Gallensäuren können im Dickdarm den Stuhl weicher machen. Kleinere, fettärmere Mahlzeiten und lösliche Ballaststoffe helfen. Hält der Durchfall länger als einige Wochen an, sprechen Sie uns an, denn es gibt gut wirksame Medikamente.
Muss ich nach der Gallenblasenentfernung eine Diät einhalten?
Nicht dauerhaft. In den ersten Wochen ist leichte, fettarme Kost in mehreren kleinen Mahlzeiten sinnvoll. Danach können Sie Ihre Ernährung Schritt für Schritt normalisieren. Nur sehr große, fettige Mahlzeiten vertragen manche Menschen auch später schlechter.
Nimmt man nach der Entfernung der Gallenblase zu?
Die Operation selbst führt nicht zu einer Gewichtszunahme. Manche Menschen nehmen zu, weil sie nach Ende der Koliken wieder mehr und fettreicher essen. Mit bewussten Portionen und Bewegung bleibt das Gewicht in der Regel stabil.
Woher kommen Schulterschmerzen nach der Gallen-OP?
Bei der Schlüssellochtechnik wird der Bauchraum mit Kohlendioxid entfaltet. Reste des Gases können in den ersten Tagen das Zwerchfell reizen. Der Schmerz wird dann in die Schulter weitergeleitet. Das ist harmlos und verschwindet meist nach wenigen Tagen. Bewegung hilft, das Gas schneller abzubauen.
Fragen zu Ihrer Situation?
Ob vor der Operation oder danach: Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen zu Gallensteinen, zur ambulanten Gallen-OP und zum Leben ohne Gallenblase.
Die Angaben auf dieser Seite sind allgemeine Richtwerte und ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung.
Erfahrung unserer Patienten
"Meine Hausärztin hatte mir die Entfernung der Gallenblase angeraten und so begab ich mich auf die Suche nach einem Facharzt. Zu dem Arzt kam ich durch die Empfehlung einer Pflegekraft aus der Klinik, in der er operiert. Bereits beim 1. Besuch in der Praxis wurde ich durch die Freundlichkeit des Teams sowie die pünktliche Wahrnehmung des Termins positiv überrascht. Die Erklärungen ließen keine Fragen offen. Die OP fand bereits wenige Wochen nach diesem Vorstellungstermin in der Arabellaklinik statt. Noch am Tag des Eingriffs besuchte mich Dr. Holzmüller wie auch am Folgetag zwei Mal. So viel Nachsorge hatte ich bisher nicht erlebt. Am Tag darauf konnte ich die Klinik bereits wieder verlassen. Ich habe mich selten bei einem Arzt in so kompetenten Händen gefühlt."
Quelle: Jameda
Häufige Fragen zu Ursachen, Symptomen und Diagnostik von Gallensteinleiden
Welche Aufgabe hat die Gallenblase?
Die Gallenblase befindet sich im rechten Oberbauch an der Leberunterfläche und ist somit im Falle einer Operation gut zugänglich und leicht zu entfernen. In diesem Hohlorgan sammelt sich die flüssige Galle, die in der Leber produziert wird. Sie ist speziell für die Verdauung fettreicher Speisen notwendig. Täglich werden etwa 600-1500 ml Gallenflüssigkeit in der Leber produziert – nicht, wie häufig angenommen, in der Gallenblase.
Wenn mehr Gallenflüssigkeit vorhanden ist als zur Verdauung nötig, wird der „Überschuss” in der Gallenblase durch Wasserentzug eingedickt und gespeichert. Bei Bedarf, z.B. nach einer fetthaltigen Mahlzeit, zieht sich die Gallenblase zusammen und pumpt die gespeicherte Galleflüssigkeit über den Gallengang in den Dünndarm.
Wie entstehen Gallensteine?
Die häufigste Erkrankung des Gallensystems ist die Steinbildung, fachsprachlich Cholelithiasis. Gallenflüssigkeit besteht zu einem großen Teil aus Wasser, zu einem kleineren Teil aus Cholesterin, Gallensäuren und Bilirubin (Gallenfarbstoff). Diese Stoffe bleiben im Wasser gelöst, solange sie in einem bestimmten Verhältnis zueinander in der Galleflüssigkeit enthalten sind. Wenn das Lösungsgleichgewicht gestört ist, weil der Anteil eines der Stoffe verhältnismäßig stark zunimmt, kommt es zur Ablagerung von festen Bestandteilen. Es bilden sich Kristalle, die aus Cholesterin und/oder Bilirubin bestehen und mit der Zeit zu größeren Steinen wachsen können.
Gallensteine entstehen praktisch ausschließlich in der Gallenblase, da hier die Galle nicht in Bewegung ist und auskristallisieren kann. Findet man Steine in den Gallenwegen, kommen sie aus der Gallenblase (Steinabgang). Nur bei einer angeborenen Aussackung der Gallenwege (das äußerst seltene Caroli-Syndrom) können Steine auch in den Gallenwegen entstehen.
Wie hoch ist mein Risiko, an einem Gallensteinleiden zu erkranken?
Weshalb es zu einem Verklumpen der Gallenflüssigkeit kommt, ist nicht abschließend geklärt. Es gibt jedoch gewisse Risikofaktoren, die entweder für ein Zuviel an Cholesterin, Bilirubin (ein Abbauprodukt der roten Blutkörperchen) oder eine Kombination aus beidem sorgen und so das empfindliche Mischungsverhältnis der Galle stören. Diese Risikofaktoren werden als „6F-Regel“ bezeichnet:
- female: Frauen sind häufiger betroffen. Rund 32 % der Frauen, aber nur 16 % der Männer über 40 Jahre haben Gallensteine.
- forty: Das Risiko für Gallensteine steigt ab dem 40. Lebensjahr.
- fertile: Frauen, die mehrere Kinder zur Welt gebracht haben, leiden häufiger an Gallensteinen.
- fat: Bei Übergewichtigen ist das Risiko für Gallensteine höher
- fair: Menschen des nordischen Typs (helles Haar, heller Teint) sind eher betroffen.
- family: Veranlagung spielt ebenfalls eine Rolle.
Hinzu kommen verschiedene Stoffwechselerkrankungen oder Medikamente sowie einseitige Ernährung, die das Entstehen von Gallensteinen fördern.
Kann ich Gallensteinen vorbeugen?
Eine direkte Prävention von Gallensteinen ist nicht möglich.
Wie aber auch bei anderen Krankheiten, die den Magen-Darm-Trakt betreffen, ist eine gesunde ballaststoffreiche und fettarme Ernährung sinnvoll und hilfreich. Die Cholesterinwerte sollten in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden, um eine Eindickung der Gallenflüssigkeit und somit eine Bildung von Gallensteinen zu verhindern. Übergewicht ist ein entscheidender Risikofaktor, der vermieden werden sollte. Stoffwechselstörungen wie ein Diabetes mellitus sollten unbedingt richtig eingestellt werden.
Muss die Galle sofort operiert werden?
Die Notwendigkeit einer sofortigen Operation der Gallenblase nach der Diagnose von Gallensteinen hängt stark vom Zustand der Gallenblase und der Art der Symptome ab. Eine sofortige Operation ist erforderlich, wenn die Gallenblase perforiert oder stark entzündet ist, da dies zu ernsthaften Komplikationen führen kann. In solchen Fällen ist es wichtig, schnell zu handeln, um das Risiko von Infektionen und anderen gesundheitlichen Problemen zu minimieren.
Ist die Gallenblase jedoch nicht perforiert oder stark entzündet, wird der Eingriff als planbar angesehen. In dieser Situation haben Patienten nach der Diagnose mehr Zeit, sich umfassend zu informieren und eine geeignete Klinik oder einen erfahrenen Chirurgen für die Operation auszuwählen. Diese Flexibilität ermöglicht es den Patienten, sich auf die Operation vorzubereiten und eine informierte Entscheidung über ihre Behandlung und die Wahl des medizinischen Fachpersonals zu treffen.
Welche Symptome treten bei einem Gallensteinleiden auf?
Nur bei etwa 30% der “Steinträger” treten Krankheitszeichen auf, der größere Teil der Gallensteinträger entwickelt keine Beschwerden. Wenn jedoch Beschwerden auftreten, gehen diese so gut wie nie von alleine zurück, kommen also immer wieder.
Typische Beschwerden sind:
- Entfärbung des Stuhls und Dunkelverfärbung des Urins bei zusätzlichen Gallengangsstein
- Starke, meist krampfartige Schmerzen im rechten Oberbauch, zum Teil mit Ausstrahlung in die rechte Schulter (Gallenkoliken)
- Gelegentlich Übelkeit und Erbrechen
- Fieber bei zusätzlicher Entzündung (Gallenblasenentzündung)
Zu welchen Komplikationen können Gallenblasensteine führen?
- Gallenkoliken: Häufige Ursache für eine Gallenkolik ist, dass ein Stein in den Gallengang rutscht und diesen blockiert. Die Gallenblase zieht sich immer wieder krampfartig zusammen, um das Hindernis weiterzuschieben, wodurch kolikartige, in Wellen verlaufende Schmerzen entstehen.
- Gallenblasenhydrops: Die Gallenflüssigkeit wird aus der Leber in die Gallenblase abgesondert, kann aber nicht mehr abfließen.
- Gallenblasenentzündung (Cholezystitis)
- Gallenblasenperforation: Bei einer schweren Entzündung der Gallenblase kann die Gallenblasenwand porös werden und reißen, so dass sich der Inhalt der Gallenblase in den freien Bauchraum entleert. Dabei kann es zu einer lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung (Peritonitis) kommen.
- Gallengangsstein (Choledocholithiasis)
Wie werden Gallensteine diagnostiziert?
Der Nachweis von Gallenblasensteinen gelingt meist mit der Ultraschalluntersuchung (Sonographie). Bei Verdacht auf Gallengangssteine wird dann häufig eine Magenspiegelung mit Darstellung der Gallengangswege, die sogenannte ERCP, durchgeführt. ERCP steht für “Endoskopisch retrograde Cholangio-Pankreatikografie”. Dabei werden mithilfe von Röntgenkontrastmittel und einem Spezialendoskop die Gallenwege und der Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse von ihrer Mündung im Zwölffingerdarm bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgt. Unter Umständen kann vor der Operation im Akutfall eine Computertomographie zur Diagnosesicherung notwendig sein.
Muss eine Porzellangallenblase immer entfernt werden?
In der Regel ja. Weil eine verkalkte Gallenblasenwand mit einem erhöhten Risiko für Gallenblasenkrebs verbunden ist und sich Veränderungen im Ultraschall schlecht beurteilen lassen, empfehlen die Leitlinien meist die Entfernung, auch ohne Beschwerden. Wir besprechen im Einzelfall, was für Sie sinnvoll ist.
Ab welcher Größe muss ein Gallenblasenpolyp operiert werden?
Ab einer Größe von etwa 10 mm wird die Entfernung der Gallenblase in der Regel empfohlen. Polypen von 6 bis 9 mm werden je nach Risikofaktoren operiert oder regelmäßig im Ultraschall kontrolliert. Kleinere Polypen sind fast immer harmlos.





