Steißbeinfistel behandeln: Welche Optionen gibt es?
„Ich konnte aufgrund meiner Steißbeinfistel kaum laufen. Das Kamillenbad und die Salbe halfen nur kurze Zeit – da wusste ich, dass es so nicht weitergehen konnte. Ich ließ mich operieren und bin zufrieden mit dem Ergebnis. Falls ein Rezidiv auftreten sollte, würde ich es auf dieselbe Art behandeln lassen.“
So ähnlich beschreibt ein Patient seine Erfahrungen mit der Steißbeinfistel-OP. Wir erklären, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und worauf Sie achten sollten. Gerne sind wir auch persönlich in München für Sie da.
Das Wichtigste in Kürze
Sinus-pilonidalis-OP bei Viszera München
Ein eingewachsenes Haar im Bereich des Pos kann äußerst schmerzhaft sein und sollte in solchen Fällen unbedingt behandelt werden – denn eine Steißbeinfistel heilt nicht von allein. Solange keine Beschwerden auftreten, kann zunächst abgewartet und die Entwicklung beobachtet werden.
Für die Behandlung steht mittlerweile eine innovative Lasertherapie zur Verfügung, die eine schonende Alternative zu herkömmlichen Operationsmethoden darstellt. Sie ermöglicht eine deutlich schnellere Wundheilung und ist für viele Patient:innen mit weniger Belastung verbunden.
In ausgeprägten Fällen, bei größeren oder komplizierten Fisteln, kann jedoch eine chirurgische Entfernung erforderlich sein, um das entzündete Gewebe vollständig zu beseitigen.
Erfahren Sie, woran Sie die Erkrankung erkennen und wann ein Arztbesuch sinnvoll ist.
Blande, akut oder chronisch – welche Formen der Sinus pilonidalis annimmt und warum sich jedes Stadium schonend mit dem Laser behandeln lässt.
Auch Frauen sind betroffen: Was eine Steißbeinfistel bei Frauen begünstigt und worauf Sie – etwa in der Schwangerschaft – achten sollten.
Eine Steißbeinfistel lässt sich ohne operativen Eingriff behandeln – mit dem innovativen und minimalinvasiven Laserverfahren.
Sollte eine Operation erforderlich sein, steht das klassische chirurgische Verfahren als bewährte Behandlungsmethode zur Verfügung.
Eine Steißbeinfistel kann wiederkehren. Erfahren Sie, wie hoch das Rückfallrisiko ist und wie Sie einem Rezidiv aktiv vorbeugen.
Nur Pickel oder Steißbeinfistel?
Eine Steißbeinfistel (medizinisch: Sinus pilonidalis) ist eine chronische Entzündung im Bereich der Gesäßfalte, häufig ausgelöst durch eingewachsene Haare und Reibung. Typisch sind Schmerzen beim Sitzen, Nässen/Blutungen, wiederkehrende Entzündungen oder ein akuter Abszess.
Wenn Beschwerden häufiger auftreten oder sich ein chronischer Verlauf entwickelt, ist es sinnvoll, die Steißbeinfistel gezielt zu behandeln – damit Entzündungen abklingen und Rückfälle seltener werden.
Häufige Anzeichen sind:
- Schmerzen besonders beim Sitzen oder bei Bewegungen im unteren Rückenbereich
- Schwellungen, tastbare Verhärtung oder Knotenbildung in der Gesäßfalte
- Eiterabsonderung oder Austritt blutigen Sekrets aus kleinen Öffnungen in der Haut
- Rötung und Überwärmung


Die drei Formen der Steißbeinfistel – von blande bis chronisch
Eine Steißbeinfistel entwickelt sich meist in mehreren Stadien – und je früher sie erkannt wird, desto schonender lässt sie sich behandeln. Für die Wahl der passenden Methode ist entscheidend, in welcher Form sich der Sinus pilonidalis zeigt:
- Blande (asymptomatische) Form: Es sind bereits kleine Pori („Pits”) in der Gesäßfalte vorhanden, Beschwerden fehlen aber noch. Oft ein Zufallsbefund. In diesem frühen Stadium ist der Eingriff besonders klein.
- Akute Form (Steißbeinabszess): Die Fistel entzündet sich, es bildet sich ein schmerzhafter, geröteter Abszess mit Eiteransammlung. Eine akute Steißbeinfistel sollte zeitnah entlastet werden.
- Chronische Steißbeinfistel: Nach dem Entleeren eines Abszesses bleiben Fistelgänge zurück. Typisch sind dann wiederkehrende Entzündungen und nässende Öffnungen im Wechsel mit beschwerdefreien Phasen.
Gut zu wissen: In vielen Fällen lässt sich die Steißbeinfistel unabhängig vom Stadium mit dem schonenden Laserverfahren behandeln. Bei Viszera München wählen wir die Methode stadiengerecht und so minimal-invasiv wie möglich.
Steißbeinfistel bei Frauen
Der Sinus pilonidalis gilt als „Männerkrankheit” – tatsächlich sind Männer etwa zwei- bis dreimal häufiger betroffen. Eine Steißbeinfistel bei Frauen ist aber keineswegs selten. Begünstigend wirken auch hier eine ausgeprägte Behaarung in der Gesäßfalte, langes Sitzen, Reibung und vermehrtes Schwitzen. In der Schwangerschaft können langes Sitzen und die veränderte Belastung die Beschwerden zusätzlich verstärken.
Frauen bemerken die Erkrankung oft später, weil sie seltener damit rechnen. Unser Rat gilt unabhängig vom Geschlecht: Bei wiederkehrender Rötung, Nässen oder Schmerzen in der Pofalte lohnt sich eine frühzeitige proktologische Abklärung – so bleibt der Eingriff klein und schonend.

So stellen wir bei Viszera München die Diagnose „Steißbeinfistel“
Wir wissen, dass proktologische Erkrankungen unangenehm sind und kein Patient gerne darüber spricht. Dennoch möchten wir Ihnen versichern, dass Sie weder Scham noch Angst haben müssen. Für uns gehören diese Erkrankungen zu unserem Berufsalltag. Unser Ziel ist es, Ihnen zu helfen und Ihr Problem zu beheben. Dafür hören wir Ihnen gerne zu und entwickeln gemeinsam mit Ihnen ein Behandlungskonzept.
Die Diagnose stellen wir in der Regel durch eine körperliche Untersuchung. Unser Proktologe inspiziert den betroffenen Bereich und kann dabei typische Merkmale wie Fistelöffnungen oder Eiterabsonderungen feststellen. Falls die Fistel stark entzündet oder vereitert ist, kann die Untersuchung etwas unangenehm sein. Bei Bedarf setzen wir eine lokale Betäubung ein, um Ihnen die Untersuchung so angenehm wie möglich zu machen.
In einigen Fällen können darüber hinaus bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder MRT eingesetzt werden, um das Ausmaß der Fistelbildung zu bestimmen.
Steißbeinfistel behandeln: Welche OP-Methoden gibt es?
Bei Viszera München bieten wir Ihnen die ganze Bandbreite moderner Behandlungsmethoden an. Unser Ziel ist es, eine schnelle Genesung zu ermöglichen. Wenn möglich behandeln wir Fisteln ohne klassische OP!
Steißbeinfistel-Laser (Laser-OP)
Wir freuen uns, Ihnen seit 2025 ein innovatives minimalinvasives Laserverfahren anbieten zu können. So können wir die Steißbeinfistel mit einem kleinstmöglichen Eingriff behandeln. Eine Lasersonde zerstört das Fistelgewebe auf schonende Weise, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen. Danach verschließt sich der Fistelgang automatisch. Das Prozedere ist nahezu schmerzfrei.
Aufgrund der minimalen Wundflächen ist die Heilung schneller als bei herkömmlichen Verfahren. Da auch der Fistelgang zerstört wird, verringert sich die Wahrscheinlichkeit eines neuen schmerzhaften Abszesses. Rezidive können aber auch hier nicht ausgeschlossen werden.
Weitere Vorteile der Laser-OP bei Steißbeinfisteln:
- nur kleine Schnitte zur Entlastung des Abszesses (falls überhaupt nötig)
- keine Entfernung des umliegenden Gewebes notwendig
- schnellere Rückkehr zu normalen Aktivitäten
- ästhetisches Ergebnis ohne Narben
Die Steißbeinfistel-Laser-OP bei Viszera München im Überblick:
- Narkose: Rückenmark- oder Vollnarkose
- Behandlungsdauer: wenige Minuten
- Krankschreibung nach Behandlung der Steißbeinfistel: 3 – 7 Tage
- Krankenhausaufenthalt: nein
- Kostenübernahme der Krankenkassen: nein
- Wundheilung: 3 – 6 Wochen
- Rückfallrate: 10 – 20 %
Häufig entsteht nach der inneren Fistelöffnung eine Schwellung, die sich nach wenigen Wochen von selbst zurückbildet. Die Beschwerden sind häufig so gering, dass keine oder wenige Schmerzmittel erforderlich sind. Die gewohnte Lebensqualität stellt sich schnell wieder ein.
Klassische Steißbeinfistel-OP bei Viszera in München
Da die Lasertherapie bei Steißbeinfisteln noch recht neu ist und es noch wenige Studien gibt, empfiehlt die Leitlinie nach wie vor klassische OP-Verfahren. Wir haben allerdings gute Erfahrungen mit dem Laser gemacht und behandeln Steißbeinfisteln vor allem bei bestimmten Indikationen mit klassisch-chirurgischen Verfahren.
Klassische Steißbeinfistel-OPs:
- Pit Picking: Bei diesem minimalinvasiven Eingriff werden die Fistelöffnungen mit kleinen Schnitten entfernt. Dieser Ansatz eignet sich bei chronischen Beschwerden und kleinen Befunden mit Pits (Fistelgängen). Sie werden unter örtlicher Betäubung ausgestanzt und dann gespült.
- Sinuesektomie: Bestehen längliche Verhärtungen, müssen sie ausgeschnitten werden.
- Exzision mit oder ohne plastische Deckung: Bei größeren oder wiederkehrenden Fisteln kann eine chirurgische Entfernung des betroffenen Gewebes mit anschließender plastischer Deckung erforderlich sein. Große vernarbte Defekte sollten immer ausgeschnitten werden. Die Wundheilung nach dieser Form der chirurgischen Therapie dauert rund 3 bis 6 Monate.
Rezidiv: Wenn die Steißbeinfistel wiederkommt
Der Sinus pilonidalis zählt zu den Erkrankungen, die vergleichsweise häufig wiederkehren – ein Rezidiv ist bei keiner Methode vollständig ausgeschlossen. Wie hoch das Rückfallrisiko ist, hängt vom gewählten Verfahren, dem Stadium und individuellen Faktoren ab.
Minimal-invasive Methoden wie die Laser-OP oder das Pit Picking haben eine etwas höhere Rezidivrate als die große radikale Exzision – dafür sind die Wunden klein, die Heilung schneller und die Ausfallzeit kurz. Kehrt eine Fistel zurück, lässt sich der Eingriff in der Regel wiederholen oder auf die nächste Therapiestufe erweitern. Ein Rezidiv bedeutet also nicht, dass die Behandlung „gescheitert” ist.
So senken Sie das Rezidivrisiko nach der Behandlung:
- regelmäßige Haarentfernung im Wundbereich (Rasur, Enthaarungscreme oder dauerhafte Laser-Epilation)
- lockere Kleidung und wenig langes Sitzen in der Heilungsphase
- sorgfältige, trockene Wundpflege
- ein gesundes Körpergewicht
Bei Viszera München beraten wir Sie ehrlich zu den Rezidivraten der einzelnen Verfahren und wählen gemeinsam mit Ihnen die Methode, die Schonung und Rückfallsicherheit bestmöglich verbindet.
Ihre Proktologen bei Viszera in München

PD Dr. med. Sonja Blaumeiser
Fachärztin für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Standorte: München & Vaterstetten
Kassenzulassung: gesetzlich & privat

Dr. med. Albert Peters
Arzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie, spezielle Viszeralchirurgie und Proktologie
Standorte: München & Schondorf
Kassenzulassung: gesetzlich & privat

Dr. med. Stefan Philipp
Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie
Standorte: München
Kassenzulassung: gesetzlich & privat

Dirk Blaumeiser
Facharzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Standorte: München
Kassenzulassung: gesetzlich & privat
FAQ
Die genauen Ursachen für die Entstehung einer Steißbeinfistel sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass folgende Faktoren eine Rolle spielen können:
- Einwachsende Haare: Abgebrochene Haare bohren sich in die Haut ein und führen zu Entzündungen am Steißbein beziehungsweise in der Pofalte. Die Symptome eines entzündeten Steißbeins können sehr unangenehm sein.
- Reibung und Druck: Langes Sitzen oder enge Kleidung können die Haut reizen und die Entstehung von Fisteln begünstigen.
- Genetische Veranlagung: Eine familiäre Häufung deutet auf eine genetische Prädisposition hin.
- Übermäßiges Schwitzen: Feuchtigkeit in der Gesäßfalte kann das Risiko erhöhen.
Bei einer Steißbeinfistel ist ein Proktologe der richtige Ansprechpartner. In frühen Stadien kann der Hausarzt beraten, doch meist ist eine chirurgische Behandlung nötig. Fachärzte für Proktologie führen die Entfernung der Fistel durch. Größere Zentren wie Viszera bieten die ganze Palette an modernen Behandlungsmöglichkeiten, um Fisteln möglichst individuell zu heilen.
Die Operation einer Steißbeinfistel sollte bei starken Schmerzen am Steißbein, Entzündungen oder akuten Abszessen zeitnah erfolgen. Eine frühzeitige Behandlung verhindert Komplikationen. Bei akuten Beschwerden ist eine schnelle OP ratsam. Bei chronischen Formen kann die OP auf lange Sicht geplant werden. Eine ärztliche Abklärung ist entscheidend – sprechen Sie uns gerne an!
Nach der Fistel-OP ist eine sorgfältige Nachsorge entscheidend für den Heilungserfolg. Wir empfehlen:
- Wundpflege: Reinigen und kontrollieren Sie die Wunde regelmäßig.
- Haarentfernung: Eine regelmäßige Haarentfernung ist nach der Behandlung sinnvoll, damit die Haare den Wundrand nicht erreichen.
- Vermeidung von Reibung: Tragen Sie lockere Kleidung und vermeiden Sie langes Sitzen, um Druckstellen zu reduzieren.
- Gewichtsmanagement: Ein gesundes Körpergewicht kann das Risiko für Steißbeinfisteln verringern.
Ja, typische Symptome von Analfisteln wie Entzündungen und Schmerzen können ebenfalls mit dem Laser behandelt werden. Bei dieser schonenden Analfistel-OP wird die Kontinenz erhalten. Sie ist bei Bedarf mit anderen Analfistel-Behandlungen kombinierbar.
Ja. Der Sinus pilonidalis kehrt vergleichsweise häufig zurück – unabhängig von der Methode. Minimal-invasive Verfahren wie Laser oder Pit Picking haben ein etwas höheres Rezidivrisiko als große Ausschneidungen, punkten aber mit schneller Heilung und kurzer Ausfallzeit. Ein Rezidiv lässt sich meist erneut schonend behandeln. Eine regelmäßige Haarentfernung im Behandlungsbereich senkt das Risiko deutlich.
Ja. Männer sind zwar häufiger betroffen, doch auch Frauen können eine Steißbeinfistel entwickeln – vor allem bei starker Behaarung in der Gesäßfalte, langem Sitzen und vermehrtem Schwitzen. In der Schwangerschaft können sich Beschwerden verstärken. Bei anhaltenden Symptomen sollten Sie eine proktologische Praxis aufsuchen.
Von einer chronischen Steißbeinfistel spricht man, wenn nach einem abgeklungenen Abszess Fistelgänge zurückbleiben und es immer wieder zu Entzündungen und Nässen kommt – im Wechsel mit beschwerdefreien Phasen. Auch die chronische Form lässt sich in vielen Fällen mit dem Laser schonend behandeln.
