Wirkung & Nebenwirkungen der Abnehmspritze

Wann Ozempic® & Co. wirklich helfen & wann nicht

Die Abnehmspritze ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das Appetit, Sättigungsgefühl und Stoffwechsel beeinflusst, um Menschen mit Übergewicht oder Adipositas beim Abnehmen zu unterstützen. Betroffene sollten vorher allerdings gut abwägen, ob die Vorteile stärker ins Gewicht fallen als die Nachteile. Wir erklären, wann die Abnehmspritze aus ärztlicher Sicht sinnvoll ist und was Sie vorab darüber wissen müssen.

Wirkung

Die Abnehmspritze wirkt, indem sie das Hungergefühl reduziert, die Magenentleerung verlangsamt und das Sättigungsgefühl verstärkt, sodass die Anwenderinnen und Anwender meist automatisch weniger essen. So sind bis zu 20 Prozent Gewichtsreduktion möglich.

Nebenwirkungen

Rund die Hälfte der Anwenderinnen und Anwender hat zu Beginn der medikamentösen Behandlung Verdauungsprobleme, die meist nach einigen Tagen wieder abklingen. Ernste Nebenwirkungen von Ozempic® oder Wegovy® wie etwa Bauchspeichelentzündungen sind sehr selten.

Alternativen

Mögliche Alternativen sind der Magenballon und Endosleeve – vor allem bei starkem Übergewicht. Der Magenballon bleibt nur kurze Zeit im Magen und hilft Ihnen durch ein verstärktes Stättigungsgefühl, in dieser Zeit Ihre Essgewohnheiten zu ändern.

Was sind Abnehmspritzen? Wie funktioniert sie?

Abnehmspritzen nutzen Wirkstoffe wie Semaglutid, um den Appetit zu regulieren und ein Sättigungsgefühl zu erzeugen. Ozempic® ist ein Diabetes-Medikament und nur für die Behandlung von Typ‑2‑Diabetes zugelassen, enthält aber kein Insulin und wird im Rahmen des Off-Label-Use auch zum Abnehmen verwendet. Wegovy® wiederum ist höher dosiert und dient nur der Gewichtsabnahme. Es ist seit 2024 als Lifestyle-Medikament eingestuft.

Die Vorteile:

  • Die Abnehmspritze ermöglicht es stark Übergewichtigen, Gewicht zu verlieren, was ohne Operation womöglich nicht geklappt hätte. Denn Diäten und Sport alleine reichen oft nicht aus, starkes Übergewicht zu reduzieren. 
  • Unter idealen Voraussetzungen können Übergewichtige 15 bis 20 Prozent ihres Körpergewichts verlieren. Meist sind es in der Realität aber eher 10 bis 15 Prozent – allerdings immer noch eine medizinisch relevante Größenordnung. 
  • Außerdem gibt es positive Nebeneffekte: Die Präparate können das Risiko für schwere Herz-Kreislauferkrankungen leicht senken und sorgen laut einer Langzeitstudie für ein geringeres Darmkrebsrisiko. 
  • Außerdem legt eine Studie aus dem Jahr 2025 nahe, dass die Risiken für Suchtprobleme, psychotische Störungen, Krampfanfälle, Alzheimer und Demenz bei Anwenderinnen und Anwendern sinken.
Nahaufnahme Abnehmspritze.

Allerdings gibt es auch einige Nachteile:

  • Die Kosten der Abnehmspritze sind auf Dauer recht hoch. Pro Jahr sind mit rund 3.000 Euro zu rechnen. Wer es nicht schafft, seinen Lebensstil umzustellen, muss das Medikament ein Leben lang nehmen, wenn der Gewichtsverlust erhalten bleiben soll. Bei 40 Jahren beispielsweise wären das insgesamt 120.000 Euro.
  • Außerdem berichten viele Menschen von Nebenwirkungen, etwa von Übelkeit und Durchfall. Sie verschwinden oft nach einiger Zeit, aber eben nicht immer. Dazu später mehr. 
  • Rund 65 Prozent der Menschen brechen die Behandlung laut einer Studie nach einem Jahr ab. Ständig spritzen zu müssen, ist für viele keine Dauerlösung. 
  • Bei sehr hohem BMI reicht die Abnehmspritze nicht aus, um signifikante Ergebnisse zu erzielen. 
  • Wer schnell viel Gewicht verliert, hat am Ende vielleicht mit einem sogenannten „Ozempic Face“ zu kämpfen, wie es im Volksmund genannt wird. Da die Haut mit der schnellen Gewichtsreduktion nicht mithalten kann, können sich Falten bilden. 
  • Laut Cochrane, einem unabhängigen internationalen Forschungsnetzwerk, fehlen unabhängige Studien. Viele Studien stammen von den Herstellern selbst. Zu längerfristigen Nebenwirkungen wie etwa Krebs wiederum kann es noch gar keine Daten geben, da die Abnehmspritze zu neu ist. Allerdings sind Langzeitfolgen wohl eher unwahrscheinlich, da Sättigungshormone bereits seit Ende der 2000er-Jahre in der Diabetestherapie eingesetzt werden – wenn auch in niedrigerer Dosierung.

Laut einer Studie hat die Abnehmspritze wohl keine Auswirkungen auf die Psyche wie etwa Depressionen. Manche Menschen, die die Spritze abgesetzt haben, berichten allerdings von Symptomen, die Entzugserscheinungen ähneln.

Frau hebt Hanteln hoch.

Wann die Abnehmspritze verschrieben werden darf:

  • Die Abnehmspritze ist in der EU zur Behandlung von Adipositas bei Erwachsenen mit einem BMI über 30 zugelassen. Wie hoch Ihr BMI ist, können Sie hier ausrechnen.
  • Bei einem BMI zwischen 27 und 30 darf die Abnehmspritze nur verschrieben werden, wenn zusätzlich eine gewichtsbedingte Erkrankung wie Bluthochdruck oder Diabetes vorliegt.
  • Ozempic® darf nur für übergewichtige Menschen mit Typ-2-Diabetes verschrieben werden.

Sind diese Bedingungen erfüllt, kann die Abnehmspritze sinnvoll sein,

  • wenn Sie schon alles ausprobiert haben, aber überschüssige Kilogramm einfach nicht loswerden – nicht nur am Bauch, sondern im Allgemeinen.
  • wenn Sie bereit sind, Ihren Lebensstil zu ändern, sich kalorienärmer zu ernähren und mehr Sport zu treiben. Bei psychischen Problemen kann auch eine Psychotherapie sinnvoll sein. 
  • wenn Sie die Abnehmspritze über längere Zeit nutzen können und wollen – idealerweise so lang, bis sich neue Verhaltensweisen in Ihrem Leben etabliert haben. Manche nutzen die Spritze über viele Jahre.
Frau hebt Hanteln hoch.

Die Abnehmspritze ist nicht für jeden geeignet. Gerne klären wir im persönlichen Beratungsgespräch, ob sie in Ihrem Fall das Mittel der Wahl ist oder eine Alternative besser geeignet ist. 

Eine ärztliche Beratung ist vor allem für Patientinnen und Patienten wichtig, die bereits Medikamente nehmen und Wechselwirkungen ausschließen möchten.

Typische Risiken, Folgen und Nebenwirkungen der Abnehmspritze

Meist sind die Nebenwirkungen von Abnehmspritzen wie Mounjaro® harmlos. Am häufigsten ist die Verdauung beeinträchtigt:

  • 43,9 % der Anwenderinnen und Anwender leiden unter Übelkeit und Erbrechen,
  • 29,7 % unter Durchfall,
  • 24,2 % unter Verstopfung.

Diese und andere Probleme treten meist zu Beginn der Anwendung oder bei einer Dosiserhöhung auf. Wenn sich der Körper nach ein paar Tagen oder Wochen an das Medikament gewohnt hat, lassen die Nebenwirkungen oft nach.

Schauen wir uns anhand der Abnehmspritze Wegovy® genauer an, welche weiteren Nebenwirkungen auftreten können.

Risiken und Nebenwirkungen der Abnehmspritze

Mögliche Nebenwirkungen von Wegovy® im Detail

Sehr häufige Nebenwirkungen von Wegovy® (betrifft mehr als 10 % der Anwenderinnen und Anwender)

  • Magenschleimhautentzündung
  • Refluxkrankheit mit Sodbrennen
  • Haarausfall
  • Hautreaktionen wie Rötungen und Juckreiz im Bereich der Einstichstelle
  • Missempfindungen oder Schmerzen im Oberbauch
  • Blähungen
  • vermehrtes Aufstoßen
  • Spannungsgefühle im Bauchbereich
  • Gallensteine in der Gallenblase
  • Schwindel
  • bei Anwendern mit Typ-2-Diabetes: Unterzuckerung (Hypoglykämie) und/oder Erkrankung der Netzhaut (diabetische Retinopathie)

Häufige Nebenwirkungen (bei 1 – 10 % der Anwenderinnen und Anwender)

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Bauchschmerzen
  • Erschöpfung
  • Kopfschmerzen

Gelegentliche Nebenwirkungen (bei 0,1 bis 1 % der Anwenderinnen und Anwender)

  • schneller Puls
  • Blutdruckabfall, besonders beim Aufstehen
  • langsame Magenentleerung
  • akute Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • mehr Verdauungsenzyme in der Bauchspeicheldrüse (Lipase und Amylase)

Selten auftretende Nebenwirkungen (betrifft 0,01 – 0,1 % der Verwender)

  • plötzliche und sehr starke allergische Reaktion
  • akute Schwellung der Unterhaut (Angioödem)

Schwere Nebenwirkungen der Abnehmspritze?

In den USA haben dutzende Menschen eine Sammelklage gegen Novo Nordisk eingereicht, den Hersteller von Ozempic®. Sie machen die Abnehmspritze für eine Magenlähmung verantwortlich, die lebensgefährlich sein kann. Auch von Zahnausfall und chronischem Durchfall berichten sie. Hier gibt es allerdings noch kein Urteil. Es ist also unklar, ob die Nebenwirkungen tatsächlich auf Ozempic® zurückzuführen sind oder ob die negativen Erfahrungen andere Ursachen haben.

Davon abgesehen tauchten kürzlich bislang unbekannte Nebenwirkungen auf. So haben Anwenderinnen und Anwender ein leicht erhöhtes Risiko für Nierensteine und ein um 11 Prozent erhöhtes Arthritis-Risiko.

Semaglutid & Co.: Erfahrungen mit der Abnehmspritze

In unserer Praxis behandeln wir regelmäßig übergewichtige Menschen, die einen langen Leidensweg hinter sich haben. Viele, die sich für die Abnehmspritze interessieren, führen seit Jahren oder Jahrzehnten einen inneren Kampf gegen ihren eigenen Kopf und Körper. Sie wollen abnehmen und versuchen alles Mögliche, aber der Erfolg bleibt aus. Die Aussicht auf schnelles Abnehmen mit einer Spritze klingt daher verlockend. 

Zu Beginn der Therapie berichten die Betroffenen oft von einem anhaltenden, leichten Übelkeitsgefühl. Deutlich stärker fällt für viele aber ein anderer Effekt ins Gewicht: das plötzliche Ausbleiben ständiger Gedanken an Essen und die nächste Mahlzeit.

Häufig nehmen Betroffene ihr Hunger- und Sättigungsgefühl über Jahre oder Jahrzehnte kaum noch bewusst wahr. Bereits wenige Tage nach Beginn der Behandlung kann dann eine spürbare Veränderung eintreten: Der dauerhafte innere Bezug zum Essen lässt nach. So verändert sich das Essverhalten automatisch. Übelkeit kann in manchen Fällen aber weiterhin bestehen bleiben. Hier ist es gut, einen ärztlichen Ansprechpartner zu haben. 

Manche Betroffene berichten außerdem, dass es ihnen sehr schwerfiel, die Abnehmspritze nach einiger Zeit wieder abzusetzen. Sie haben Symptome, die Entzugserscheinungen ähneln, und die Gedanken ans Essen stellen sich schnell wieder ein. Der große Hunger kommt wieder, der tagtägliche Kampf geht wieder los. Die Packung Chips im Vorratsschrank, der Süßigkeitenautomat am Bahnhof oder Essen mit Freunden können Trigger sein. Weil manche Betroffene mit diesem Druck nicht klarkommen, entscheiden sie sich dann doch wieder für die Spritze. Obwohl in manchen Fällen davon abzuraten ist – etwa bei Kinderwunsch.

Ärztlich begleitete Behandlung mit der Abnehmspritze bei Viszera in München

Wer sich für eine Behandlung mit der Abnehmspritze entscheidet, sollte dies stets unter ärztlicher Aufsicht tun.

Bei Viszera in München bietet Prof. Dr. med. Thomas Horbach, Facharzt für Chirurgie und Adipositas-Spezialist, eine umfassende medizinische Begleitung an – von der individuellen Beratung über die Dosisanpassung bis zur regelmäßigen Verlaufskontrolle.

So lässt sich die Therapie sicher durchführen und optimal mit Ernährung, Bewegung und Verhaltenstraining kombinieren.

Gut zu wissen: Wir sind Profis und stigmatisieren Menschen wegen ihres Übergewichts nicht. Adipositas hat meist nichts mit Willensschwäche zu tun, sondern mit bestimmten Prozessen im Körper, denen mit Diäten und Sport häufig nicht beizukommen ist. Professionelle Hilfe ist daher wichtig. Wir ermutigen alle Betroffenen, den ersten Schritt zu gehen!

Prof. Dr. Thomas Horbach

Alternativen zur Abnehmspritze

Wer nur leicht übergewichtig ist und rein aus ästhetischen Gründen abnehmen möchte, sollte sich vorher überlegen, ob er die Risiken einer Abnehmspritze in Kauf nehmen möchte. Betroffene könnten zunächst mit herkömmlichen Methoden wie Sport und einer Ernährungsumstellung versuchen, ihr Wunschgewicht zu erreichen. Ohne Frage, ein gesünderes Leben hat viele weitere Vorteile für Körper und Geist!

Bei Menschen mit Adipositas ist die Lage etwas dringlicher. Bereits fünf Prozent weniger Körpergewicht können sich in diesem Fall positiv auf die Gesundheit auswirken. Schließlich erhöht starkes Übergewicht das Risiko für zahlreiche Erkrankungen, unter anderem auch für bestimmte Krebsarten.

Was also tun, wenn regelmäßige Bewegung und eine Ernährungsumstellung nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben und die Diätspritze keine Option ist?

1. Alternative: Magenballon

Was ist ein Magenballon?

Ein Magenballon ist ein mit Flüssigkeit oder Luft gefüllter Ballon, der über den Mund in den Magen eingebracht wird. Er nimmt dort Platz ein und sorgt für ein schnelleres Sättigungsgefühl, wodurch Patientinnen und Patienten weniger essen. Der Ballon bleibt meist sechs bis zwölf Monate im Körper.

Für wen kommt er infrage?

Ein Magenballon ist bei einem BMI zwischen 27 und 35 eine Option, wenn Diäten erfolglos waren und eine medikamentenfreie Methode gewünscht ist. Der Magenballon lohnt sich, wenn Betroffene die Behandlungszeit nutzen, um sich an kleinere Portionen, Sport und eine kalorienarme Kost zu gewöhnen. Dann sind nachhaltige Effekte möglich (zunächst 14 – 33 Kilo Gewichtsverlust je nach Adipositas-Grad).

2. Alternative: Endosleeve

Was ist Endosleeve?

Endosleeve ist ein endoskopisches Verfahren zur Verkleinerung des Magens. Dabei wird der Magen über eine Magenspiegelung von innen gefaltet und vernäht, sodass er weniger Nahrung fasst. Das Verfahren ist minimalinvasiv, kommt ohne äußere Schnitte aus und unterstützt langfristig beim Abnehmen.

Für wen kommt er infrage?

Eine endoskopische Schlauchmagenformung ist bei Adipositas (BMI ab ca. 30) eine Option, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen. Das Verfahren eignet sich für Menschen, die eine effektive, aber weniger invasive Alternative zur Magen-OP suchen – mit dauerhafter Wirkung ohne äußere Schnitte.

Magenballon vs. Abnehmspritze: Kosten und Erstattung der Krankenkasse im Vergleich

Die Kosten der Abnehmspritze liegen je nach Marke bei rund 250 Euro pro Monat. Das sind im Jahr 3.000 Euro. Zum Vergleich: Ein 12-Monats-Ballon kostet ab 3.300 Euro und kann lange nachwirken, wenn die Ernährungsumstellung diszipliniert durchgehalten wird. Beide Verfahren werden in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen. Erfahren Sie mehr über die Kosten der Behandlung mit dem Magenballon in unserer Münchner Praxis. Gerne sind wir für Sie da, wenn Sie einen Arzt zum Abnehmen suchen.

Magenballon vs. Abnehmspritze: Kosten im Vergleich

HABEN SIE FRAGEN? DANN VEREINBAREN SIE DOCH UNVERBINDLICH EINEN TERMIN IN UNSERER SPRECHSTUNDE.

Unsere Spezialisten freuen sich, Ihnen helfen zu können.

Häufige Fragen rund um Abnehmen mit Spritze und Medikamenten

Ist die Abnehmspritze gesund?

Wer nur leicht übergewichtig ist, nimmt mit der Abnehmspritze mögliche Nebenwirkungen in Kauf, die eventuell nicht nötig sind. Hier könnten Sport und kalorienarme Lebensmittel womöglich ausreichen. Bei starker Fettleibigkeit ist es häufig anders, da Gewichtsreduktion einen gesundheitlichen Vorteil mit sich bringt. In diesem Fall kann der Nutzen die Risiken überwiegen.

Für wen eignet sich die Abnehmspritze?

Laut Beipackzettel wird Wegovy® zur Gewichtsreduktion verschrieben, wenn Betroffene bereit sind, das Medikament mit einer kalorienarmen, gesunden Ernährung und erhöhter körperlicher Aktivität zu kombinieren. Es eignet sich bei starkem Übergewicht (BMI über 30) oder bei mäßigem Übergewicht (BMI über 27) in Verbindung mit Begleiterkrankungen.

Welche Nachteile hat die Abnehmspritze?

Mögliche Nachteile der Abnehmspritze sind Übelkeit, Erbrechen, Verdauungsprobleme und auch Haarausfall oder Gastritis. Hohe Kosten und Gewichtszunahme nach dem Absetzen sind weitere Nachteile. Zudem fehlen Langzeitdaten. Die Wirkung ist nur bei konsequenter Anwendung und einer Lebensstiländerung nachhaltig. Das heißt, Betroffene kommen um eine Ernährungsumstellung und Sport nicht herum.

Was ist die größte Nebenwirkung von Ozempic®?

Die gängigsten Nebenwirkungen sind Unterzuckerungen (Hypoglykämien), insbesondere wenn gleichzeitig Insulin oder Sulfonylharnstoffe eingenommen werden. Häufig kommt es außerdem zu Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfung oder allgemeinem Unwohlsein im Magen-Darm-Bereich. Auch Appetitlosigkeit und Schwindel können auftreten. In einigen Fällen wurde zudem Erbrechen beobachtet.

Ist Saxenda® gefährlich?

Saxenda® hat bei richtiger Anwendung meist geringe Risiken, kann aber diverse Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen oder andere Beschwerden verursachen. Selten treten ernsthafte Komplikationen wie Pankreatitis auf. Das Risiko steigt bei falscher Dosierung oder Vorerkrankungen – daher ist eine ärztliche Begleitung wichtig.

Was passiert, wenn man die Abnehmspritze wieder absetzt?

Nach dem Absetzen nehmen viele wieder zu, da der Appetit zurückkehrt. Ohne dauerhafte Ernährungsumstellung und Bewegung kann ein Großteil des verlorenen Gewichts wiederkommen. Eine langfristige Strategie ist daher entscheidend. Selbst im Beipackzettel steht, dass Wegovy® nicht als alleinige Maßnahme zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden sollte.

Wie hoch ist das Risiko des Jo-Jo-Effekts bei Abnehmspritzen?

Nach 36 Wochen Behandlung mit dem Wirkstoff Tirzepatid verloren Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas laut einer Studie durchschnittlich 20,9 % ihres Körpergewichts. In den folgenden 52 Wochen nahmen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die auf Placebo wechselten, 14 % des verlorenen Gewichts wieder zu. Wer Tirzepatid weiter einnahm, verlor zusätzlich 5,5 %.

Auch wer sich mit einer Diätspritze behilft, kommt um Sport und eine gesunde, ausgewogene Ernährung nicht herum, will er oder sie auf Dauer Gewicht verlieren. Andernfalls müssten Betroffene die Diätspritze dauerhaft anwenden – einmal pro Woche.

Abnehmspritze oder Magenballon?

Der Magenballon wirkt mechanisch und ist meist bei höherem Übergewicht sinnvoll, während die Abnehmspritze hormonell wirkt und medikamentös behandelt. Beide erfordern eine begleitende Lebensstiländerung – also mehr Sport und eine Ernährungsumstellung. Gerne beraten wir Sie, ob ein Magenballon die richtige Wahl für Sie ist.

Welche Abnehmspritze ist die beste?

Stiftung Warentest hat mehrere in Deutschland zugelassene Abnehmmedikamente bewertet, darunter Mounjaro® (Tirzepatid), Wegovy® (Semaglutid), Saxenda® sowie orlistathaltige Präparate. Nur zwei Wirkstoffe schneiden gut ab: Tirzepatid (Mounjaro) als Testsieger und Semaglutid (Wegovy) auf Platz zwei. Beide zeigen eine wissenschaftlich gut belegte Wirksamkeit, wobei der Nutzen die Risiken laut Bewertung überwiegt.

Beim Gewichtsverlust liegen die Werte bei etwa 13 bis 19 % (Mounjaro) und 9 bis 12 % (Wegovy) nach rund einem Jahr, mit relativ stabilen Ergebnissen über mehrere Jahre bei Mounjaro. Gleichzeitig wird betont, dass die Medikamente den Appetit senken und ihre Wirkung ohne begleitende Ernährungs- und Lebensstiländerung begrenzt bleibt.

Was kostet die Abnehmspritze?

In Deutschland liegt der Preis  der Abnehmspritze meist ca. 200 bis 600 € pro Monat:

  • Semaglutid: grob 200–400 € / Monat
  • Tirzepatid: grob 300–600 € / Monat

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten bei Adipositas in der Regel nicht.

Wie lange sollte man die Abnehmspritze nutzen?

In vielen Fällen langfristig oder dauerhaft, solange der Effekt erhalten bleiben soll. Setzt man sie ab, kehrt das Übergewicht bei vielen Patientinnen und Patienten teilweise oder vollständig wieder. Um das zu vermeiden, ist es wichtig, seinen Lebensstil grundsätzlich umzustellen und sich etwa kalorienärmer zu ernähren.