Verwachsungen

Verwachsungen im Bauch: Wann ist eine Operation notwendig?

Verwachsungen im Bauchraum sind oft harmlos, können aber auch Schmerzen und andere Beschwerden hervorrufen. Tatsächlich kennen wenige Betroffene die Risiken sogenannter Adhäsionen. Wir erklären Ihnen, was Sie über Verwachsungen in Darm und Co. wissen müssen und wie wir Ihnen helfen können.

Inhalt:

Was sind Verwachsungen im Bauch?

Adhäsionen sind bindegewebige Stränge zwischen Organen im Bauchraum oder zwischen einem Organ und der Bauchdecke, die normalerweise nicht verbunden sind. Sie können im gesamten Bauchraum auftreten und sind bei den Patienten sehr unterschiedlich ausgeprägt bezüglich ihrer Anzahl und Stärke. Bei Frauen können auch die Gebärmutter oder die Eierstöcke Verwachsungen aufweisen.

Adhäsionen können angeboren oder erworben sein. Etwa 10% aller Menschen haben angeborene Verwachsungen in unterschiedlichem Ausmaß.

Ursache: Woher kommen Verwachsungen im Bauch?

Die genauen Ursachen von Verwachsungen im Bauchraum sind noch nicht bekannt. Es wird davon ausgegangen, dass der erste Schritt für die Entstehung von Verwachsungen eine Schädigung des Bauchfells ist. Das Bauchfell (fachsprachlich Peritoneum) ist eine dünne, glatte Gewebeschicht, die den gesamten Bauch- und Beckenraum mit seinen Organen überzieht und voneinander abtrennt.

Als Reaktion auf eine Schädigung des Bauchfells zum Beispiel durch eine Operation, eine Entzündung oder einen Fremdkörper bilden sich zum Schutz der geschädigten Stellen Verklebungen aus. Innerhalb von wenigen Tagen können diese noch von körpereigenen Substanzen aufgelöst werden. Wenn dies nicht geschieht, kommt es zur Umbildung der Verklebungen in feste, bindegewebige Verwachsungen: Die Organe des Bauch- und Beckenraums, beispielsweise Darmschlingen, können aneinander oder an das Bauchfell fixiert werden.

Leider werden Adhäsionen im Darm oft spät bemerkt. Darmverwachsungen können harmlos sein, sind es aber nicht immer.

Welche Symptome können bei Verwachsungen im Bauch auftreten?

Die meisten Adhäsionen bleiben von den Patienten unbemerkt. Es können aber auch Symptome entstehen, zum Beispiel nach einer Blinddarm– oder Gallen-OP oder nach einem Kaiserschnitt.

Welche Art von Schmerzen entsteht bei Verwachsungen?

Häufig kommt es zu Bauchschmerzen, die immer wieder auftreten. Allerdings steht die Stärke der Beschwerden nicht im Zusammenhang mit der Größe der Verwachsungen: Kleine innere Adhäsionen können starke Schmerzen hervorrufen und umgekehrt. Manchmal werden die Schmerzen auch chronisch.  

Weitere mögliche Symptome von Verwachsungen im Unterleib:
– Verstopfung, die über eine längere Zeit andauert
– Durchfälle
– Blähungen
– Darmlähmung mit akuten Schmerzen, hartem Bauch bis hin zu Koterbrechen
– Darmverschluss, wenn Verwachsungen zu einem abgeknickten Darm führen
– Rückenschmerzen, wenn die Verwachsungen im Bauch bis zum Rücken ausstrahlen

Adhäsionen im kleinen Becken können bei Frauen unter anderem zu verstärkten Menstruationsbeschwerden führen. Wenn die Eierstöcke oder die Eileiter betroffen sind, kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigt sein.

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Gerne klären die Fachärzte unserer Münchner Praxis, ob die laparoskopische OP bei Ihnen sinnvoll ist. 

Welche Untersuchungen führen zur Diagnose?

Die Diagnose ist meist nicht einfach. Einzelne und größere Verwachsungsstränge können gelegentlich mit dem Ultraschall erkannt werden. Wesentliche Untersuchungsmethoden bei Verdacht auf Verwachsungen im Bauchraum sind die Darmspiegelung (Koloskopie), die Darstellung des Dünndarms mit Kontrastmittel und die Computertomographie. Mit allen diesen Techniken werden Verwachsungen aber nur indirekt wiedergegeben. Eine konkrete Darstellung der Stränge ist mit nicht-invasiven Untersuchungen nicht möglich.

Verklebungen können sich mit der Zeit verändern, zum Beispiel straffer werden. Methoden wie Schmerztherapie, Osteopathie und spezielle Krankengymnastik können die Beschwerden etwas lindern. Verwachsungen im Bauchraum ohne OP komplett zu lösen, ist aber leider nicht möglich. Patienten können jedoch selbst dazu beitragen, die Verklebungen im Bauchraum etwas erträglicher zu machen.

Was essen bei Verwachsungen?

Wer Verwachsungen im Darm hat, sollte auf seine Ernährung achten. Schwer Verdauliches und blähende Speisen vertragen viele Patienten nicht, weil sie die Beschwerden verstärken. Großfaserige Lebensmittel können außerdem das Risiko für einen Darmverschluss erhöhen. Dazu gehören Zitrusfrüchte, Hülsenfrüchte, Datteln, Pilze, Blattspinat und Ananas.

Folgende Lebensmittel sind besser geeignet:


– Produkte aus hellem Mehl wie Baguette, zarte Haferflocken oder Polenta
– feinvermahlene Vollkornprodukte
– weißer geschälter Reis
– gekochte geschälte Kartoffeln und entsprechendes Gemüse
– gekochtes Obst (außer Beeren)
– etc.

Verwachsungen im Darm: Wann empfehlen wir eine Operation in unserer Münchner Praxis?

Wenn die Patienten unter wiederkehrenden starken Beschwerden leiden, können die Verwachsungen operativ durchtrennt werden. Diese Operation wird Adhäsiolyse genannt.

Früher waren die Chirurgen bei der Erwägung dieser Operation sehr zurückhaltend, weil danach häufig neue Verwachsungen entstehen. Wenn die Adhäsiolyse jedoch laparoskopisch (mittels Bauchspiegelung, minimalinvasiv) durchgeführt wird, sind Verwachsungen danach sehr viel seltener. Wir haben gute Erfahrungen mit diesem Verfahren bei Verwachsungen im Bauch gemacht.

Bei der laparoskopischen Adhäsiolyse des Darms werden im Bereich des Bauchnabels und im Unterbauch, ggf. im Mittelbauch sehr kleine Hautschnitte gesetzt. Durch diese Schnitte werden die Arbeitskanäle für das Endoskop mit der Optik und die nötigen Instrumente eingebracht. Der Bauchraum wird mit Gas (Kohlendioxid) gefüllt. Dadurch hebt sich die Bauchdecke, so dass der Bauchraum eingesehen und mit den Instrumenten gearbeitet werden kann.

Auf einem Monitor sieht der Operateur das Operationsgebiet und kann den Bauchraum nach Verwachsungen und möglichen weiteren Befunden durchsuchen. Wenn der Operateur Adhäsionen findet, schneidet er sie mit einer Schere durch.

Ziel der Operation ist die vollständige Lösung aller überschüssigen Stränge im Bauchraum. Bei einigen Patienten sind die Verwachsungen allerdings so ausgeprägt, dass nicht alle gelöst werden können oder eventuell zu einer offenen Operationstechnik gewechselt werden muss.

Die Operation des Verwachsungsbauches wird in Vollnarkose durchgeführt.

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  • Viszera-Leiter Dr. Merkle ist auf minimalinvasive endoskopische Verfahren spezialisiert